Endlich bei uns! Hannes Schuster hat das Weingut bereits im Jahr 2007 von seiner Mutter Rosi Schuster übernommen - ihren Namen trägt es aber bis heute. Schon damals genoss das Weingut einen hervorragenden Ruf, doch die Entwicklung der Weine seitdem ist wirklich beeindruckend. Denn Hannes war von Anfang an klar, dass er sich komplett auf die regionalen Sorten konzentrieren und vollständig auf neues Holz verzichten möchte. Das war zu dieser Zeit alles andere als selbstverständlich - insbesondere wenn man bedenkt, dass der bekannteste Wein des Weinguts bis dahin der C.M.B. war, eine nach internationalem Vorbild in neuem Holz ausgebaute Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Blaufränkisch.
Prangergasse 2
7062 St.-Margarethen, Österreich
Telefon +43 664 1820060
Betriebsgröße 17 ha
Blaufränkisch ist die wichtigste Rebsorte des Weinguts - und nicht nur die Lagenweine überzeugen. Die Blaufränkisch werden meist vollständig entrappt, gleichzeitig extrahiert Hannes sehr vorsichtig. Zu Beginn der Gärung wird ausschließlich überschwallt, erst gegen Ende wird die Maische - wenn nötig - leicht untergestoßen, um etwas mehr Gerbstoff zu extrahieren. Im Ausbau verzichtet er vollständig auf neues Holz, bei den Spitzenweinen setzt er überwiegend auf gebrauchte 500-Liter-Fässer. Die vielschichtige Würze seiner Weine stammt allein von den Trauben und changiert je nach Terroir. Dieses ist äußerst vielseitig und gleichzeitig so kleinteilig, dass es bis vor Kurzem überhaupt keine Lagenweine bei Hannes gab - bei den homöopathischen Mengen der einzelnen Parzellen hätte sich das einfach nicht gelohnt. Und so waren es zunächst eben Ortsweine, mit denen sich Hannes in die Spitze der österreichischen Blaufränkisch-Winzer katapultierte - allen voran die Weine aus St. Margarethen und Müllendorf.
Hinzu kommt, dass es in dieser Region lange nur eine rudimentäre Lagenkultur gab. Anders als etwa am Eisenberg, wo eine Handvoll qualitäts- und herkunftsbewusster Winzer über viele Jahre hinweg immer besser verstanden haben, inwieweit Saybritz anders als Reihburg schmeckt, musste Hannes die Charaktere der Lagen beinahe im Alleingang ergründen. Erst mit dem Jahrgang 2022 war er überzeugt, genau zu wissen, welche Parzellen tatsächlich die besten sind und wie sich ihr Charakter gezielt herausarbeiten lässt. Zwei dieser Lagenweine des 2023er Jahrgang haben uns besonders begeistert: der Blaufränkisch aus der Ried Hinkenthal in St. Margarethen und der Blaufränkisch aus der Ried Santen in Müllendorf.