Weinberge mit Blick auf Wien

Wien

Als einzige Großstadt der Welt verfügt Wien über nennenswerte Weinbauflächen direkt im Stadtgebiet. Dort findet man viele urige und oft besungene Heurige (berühmt die in Grinzing) mit einem oft imposanten Blick über Wien und den inzwischen wiederentdeckten Gemischten Satz.

Die Wiederentdeckung vom Wiener Gemischten Satz

Die Rebflächen in Wien umfassen 637 Hektar und liegen hauptsächlich auf den letzten hügeligen Ausläufern der Alpen, dem Kahlenberg und Bisamberg mit Kalk, Schiefer, Schotter, Lehm und Lössböden. Die wichtigsten weißen Sorten sind Grüner Veltliner, Weißburgunder, Chardonnay und Riesling. Rote Sorten wie Zweigelt und Pinot Noir sind seltener, aber eine Bereicherung. Bereits im 19. Jahrhundert setzte man in Wien auf Edelrebsorten. Diese wurden häufig im Weingarten gemischt ausgepflanzt und die geernteten Trauben im Keller gemeinsam vergoren und verarbeitet. Dadurch entstanden sehr vielschichtige Weine, die Eigenschaften wie Frische vs. Reife oder Fruchtigkeit vs. Körperreichtum in sich vereinigten. Ein viel wichtigerer Aspekt war aber, dass die Winzer einen sicheren Ertrag hatten. Durch die unterschiedlichen Eigenschaften der Sorten (Blütezeitpunkt, Schädlingsanfälligkeit) führten auch widrige Witterungsumstände nie zu einem Totalausfall der Ernte. Mit dem späteren Trend zum reinsortigen An- und Ausbau wurde der Gemischte Satz immer mehr verdrängt. Erst spät fand er wieder Gehör. Fritz Wieninger und die Gruppe "WienWein" machten sich um die Wiederbelebung verdient, jetzt erlebt der Wiener Gemischte Satz eine neue Blüte. Seit 2013 mit geschützter Herkunftsbezeichnung DAC ist gesichert, dass der Wiener Gemischte Satz ausschließlich aus Wien, mit mindestens drei Qualitätsrebsorten aus ein und demselben Weingarten, stammt. Der größte Sortenanteil einer Rebsorte darf nicht höher als 50%, der Drittgrößte nicht kleiner als 10% sein.

Denkt man an Wien und Wein meint man Grinzing

Der Wiener Weinbau ist vermutlich so alt wie die Stadt selbst. In der keltischen Siedlung Vedunia und dem römischen Militärlager "Vindobona" gab es bereits Rebkulturen. Urkundlich belegt sind die ältesten Wiener Weingärten ab 1132 und im späten Mittelalter waren in allen Stadtteilen Weinberge angelegt. Die Grundlage für die heutige Heurigenkultur schuf 1784 Kaiser Josef II., der den Weinbauern erlaubte, Lebensmittel aus eigener Erzeugung gemeinsam mit dem eigenen Wein auszuschenken. Heute gibt es rund 300 Weinbauern und 150 teils rustikale Buschenschanken. Der Großteil des Anbaus dient der Herstellung des berühmten Heurigen oft als Gemischter Satz, ein unkomplizierter Jungwein. In den Toplagen werden auch sortenreine Rieslinge, Weißburgunder und Grüne Veltliner mit ausgeprägter Finesse, wuchtige Chardonnays und konzentrierte Rotweine gekeltert. Die bekanntesten Stadtviertel mit Weinbau sind im Bereich des Kahlenbergs und Nussbergs: Nussdorf, Sievering, Neustift am Walde und natürlich Grinzing. Die Weine vom Bisamberg werden von Winzern in Stammersdorf, Strebersdorf und Jedlersdorf erzeugt, auch hier gibt es viele Buschenschanken. Im Süden Wiens liegen noch die Weinorte Oberlaa und Mauer. Das Aushängeschild unter den Winzern ist Fritz Wieninger.
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