Hessische Bergstraße

Der Großteil der Weinberge an der Hessischen Bergstraße liegt zwischen Zwingenberg und Heppenheim an den Hängen des Odenwaldes. Granitverwitterungsböden im Norden um Zwingenburg, in Auerbach, Bensheim und Heppenheim hauptsächlich Lößlehmböden, dazu die "Odenwälder Halbinsel" mit Buntsandstein im Bereich Groß-Umstadt.
Der Odenwald bildet einen natürlichen Schutzwall gegen raue Nord- und Ostwinde und so ergeben sich ideale Wachstumsbedingungen für den Weinbau, aber auch für Mandelbäume, Pfirsiche, Aprikosen, Kirschen und Forsythien. Die Region hat eine Anbaufläche von 440 Hektar, sie war damit bis zur Wiedervereinigung die kleinste Weinregion Deutschlands. Die Rebsorten in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit sind Riesling (ca. 47%), Müller-Thurgau, Grau- und Spätburgunder, wobei 80% der Rebfläche für Weißwein sind.

Hier fängt Deutschland an, Italien zu werden

meinte Kaiser Joseph II bei der Durchreise ganz euphorisch. In der Tat, schon vor 2000 Jahren entdeckten die Römer die Schönheit, die frühe Blütenpracht und das milde Klima an der Bergstraße und nannten sie "Strata montana", sie pflanzten vermutlich auch die ersten Reben auf den sonnigen Hügeln des Odenwaldes. Erste urkundliche Erwähnung finden wir im Kloster Lorsch im sogenannten "Codex Laureshamensis" aus dem 8. Jahrhundert. Das wechselvolle politische Schicksal führte in den folgenden Jahrhunderten dazu, dass das Gebiet erst zu Kurmainz und später zur Kurpfalz gehörte. Im 18. Jahrhundert erfolgte eine Trennung, der nördliche Teil der Bergstraße bis Heppenheim wurde hessisch und der südliche Teil bis Heidelberg badisch (Baden beanspruchte den Teil der Bergstraße, der innerhalb seiner Landesgrenzen liegt). Nachdem eine Zuschlagung zum Rheingau wenig Sinn machte, entstand 1971 die Hessische Bergstraße als ein selbstständiges Weinbaugebiet.
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