Ein neuer Winzer mit seinem allerersten Jahrgang und doch ist es ein alter Bekannter! Denn unser langjähriger Mitarbeiter Nico Deutsch hat gemeinsam mit seiner Frau Leona den gemeinsamen Traum verwirklicht und mit dem Jahrgang 2024 die ersten eigenen Weine in die Flasche gefüllt. In seiner Heimat im fränkischen Bürgstadt erzeugen die beiden puristische und strukturierte Weine, mit Lebendigkeit und Finesse, die so gar nicht ins fränkische Standardwerk passen und uns damit sehr glücklich machen.
Als junger Winzer den eigenen Stil zu definieren und diesen im Weinberg, sowie im Keller durchzuziehen ist auch nach namhaften Ausbildungsstation extrem schwierig. Wir können es aber schon Mal vorweg nehmen, das ist Nico grandios gelungen! Sicherlich auch weil er von seiner Frau Leona viel Unterstützung erfährt und weil sie ihm, wenn er mal wieder zu viel grübelt, sagt was Sache ist. Stilistisch befindet er sich zwischen den Welten, denn er ist weder klassisch, noch ist es als Naturwein zu erkennen. Es sind lebendige und komplexe Weine, eher von Würze als von Frucht geprägt, mit viel Struktur und fester Textur, ohne dabei neues Holz zu benötigen. Für uns die perfekte Definition von handwerklichen Weinen!
Jahnstraße 3
63927 Bürgstadt, Deutschland
Betriebsgröße 1,4 ha
Schon die Grundlagen sind bei Nico nicht ganz verkehrt, denn er durfte bei niemand geringerem als Paul und Sebastian Fürst die Ausbildungszeit verbringen. Durch und durch klassisch geprägt kam er zu uns nach München, um von uns, anfangs eher wiederwillig, in die Welt der Naturweine eingeführt zu werden. Er verbrachte einige Jahre bei uns in München und absolvierte jeden Herbst die Weinlese bei einem anderen Winzer, um verschiedene Ideen und Arbeitsweisen für seine eigene Zukunft zu sehen. Dabei war er mehrfach bei Domaine Chantereves im Burgund, bei den Webers von Hofgut Falkenstein an der Mosel und zuletzt gemeinsam mit Leona für mehrere Monate bei Vino Gross in Slowenien, nachdem sie die vorherige Lese bei Seckinger in der Pfalz verbracht hatte.
Die Weinberge erstrecken sich über 1,4 Hektar, Großteils terrassierte Steillagen auf Buntsandstein und liegen in den Ortschaften Großheubach, Bürgstadt und Klingenberg, welche ausschließlich von Hand bewirtschaftet werden. Im ersten Jahrgang 2024 sieht das Sortiment frostbedingt Weißwein-lastig aus, aber Spätburgunder ist klar die wichtigste Rebsorte. Ab dem Folgejahrgang erweitert sich die Spätburgunderpalette unter anderem um den berühmten Centgrafenberg und wächst weiter um den Schlossberg und Hundsrück.
Im Keller arbeiten sie Oldschool: Die Weißen Trauben werden angequetscht und mit möglichst hohem Druck gepresst. Die roten komplett als Ganztrauben verarbeitet und nur ganz zart extrahiert. So haben alle Weine ein gutes Gerbstoffkorsett, um Frische und Präzision zu Fördern. Der Ausbau erfolgt ausschließlich in gebrauchten Holzfässern und alle Weine bleiben zwei Winter auf der Vollhefe, nach Möglichkeit bis hierhin ohne Schwefel. Die Weine werden sauber abgestochen und sind nach dieser Zeit klar genug, um ohne Filtration und lediglich mit einer kleinen Schwefelgabe in die Flasche zu kommen.