Lorenzo Vercellino ist mit Weinbau aufgewachsen und hat in den Weinbergen rund um sein Elternhaus schon als Kind mitgearbeitet und gespielt. Im Jahr 2020 entschloss er sich, die Weinbautradition seiner Familie wiederzubeleben und rief die Tenute Vercellino ins Leben. Das Weingut liegt im Alto Piemonte am Fuße der Alpen im äußersten Norden Italiens. Die urige und kleinparzellierte Region namens Coste della Sesia ist ein landschaftliches Kleinod. Mit ihrem hochalpinen Charakter liegt sie näher an der Schweiz als an Barolo. Genau das macht den Reiz der Region aus, denn die Böden und das Klima sind eigentlich konträr zur Hauptregionen des Piemonts. Im Alto Piemonte sind die Böden leicht und sehr durchlässig, der Hauptanteil ist Sand, dazu kommen je nach Lage Kalk und vulkanisches Verwitterungsgestein. Die sandigen Böden sind hier elementar, denn die Wolken, die meist ohne einen Tropfen zu verlieren über das Barolo ziehen, bleiben an den Alpen hängen und geben den Winzern im Norden das benötigte Wasser.
Via Eroi D'Africa 38
13855 Valdengo, Italien
Telefon +39 333 475 8483
Betriebsgröße 2 ha
Die Weinberge bei Vercellino sind immer von Wald umrandet und teilweise so steil, dass sie terrassiert angelegt wurden. Neben kleinen Parzellen, die von Opa und Vater gepflanzt wurden, besteht der größere Teil der Rebfläche aus jungen Reben, die von Lorenzo seit 2020 angelegt wurden. Den Hauptanteil macht natürlich der Nebbiolo aus, aber es wurden auch andere autochthonen Sorten wie Vespolina, Uva Rara oder Croatina gepflanzt. Die Bewirtschaftung erfolgt ohne Einsatz von Chemie und soll langfristig auch zertifiziert werden. Lorenzo ist Autodidakt und bringt gerade im Keller eine spannende Mischung aus Tradition und Innovation zusammen. Er erzeugt saftige und geradlinige Weine, passend zur Region mit einer kernigen Komponente und mit sehr viel Frische. Sie sind voller Energie, dabei leichter im Alkohol und trotzdem druckvoll und konzentriert. Die Trauben werden eher kurz auf der Maische belassen, das heißt 14 bis 24 Tage, wobei trotzdem genug Grip und Gerbstoff ausgelaugt wird. Der Ausbau erfolgt ausschließlich in neutralen Gebinden, je nach Wein ist das Stahl, Beton oder großes Holzfass. Wobei sein Traum ganz klar ist, am liebsten alles in großen Fässern von Stockinger auszubauen.
Das Sortiment ist angenehm übersichtlich und besteht aktuell aus drei Weinen. Der Ferruccio ist der leichtfüßige Einstieg mit großteils Nebbiolo von den jüngsten Reben. Mit kurzem Maischekontakt wird er bereits nach einem Jahr im Stahl gefüllt. Coste Della Sesia ist ein gemischter Satz, ebenfalls mit viel Nebbiolo und weiteren autochthonen Rebsorten, wobei der Ausbau hier zwei Jahre im Beton erfolgt. Der reinsortige Nebbiolo stammt von den Reben des Großvaters und hier sind es knapp vier Wochen Maischekontakt bevor es für fast drei Jahre ins Holzfass geht. In 2022 war es noch ein gebrauchtes Tonneau, ab 2023 ist dieser Wein dann schon im großen Stockinger. Lorenzo keltert authentische Weine aus einer wundervollen Region, die in den nächsten Jahren immer wichtiger werden wird!