Jahrgang 2025

Besonders in Deutschland ist 2025 ein echter Ausnahmejahrgang. Ausgehend von den Weinen, die wir bislang verkosten konnten, halten wir ihn für den - Achtung, Superlativ - besten Riesling-Jahrgang, an den wir uns erinnern können. Auch in den Gesprächen mit unseren Winzern war ehrliche Freude über die außergewöhnliche Qualität des Jahrgangs 2025 deutlich zu spüren. Die Weine verbinden eine beeindruckende Intensität und Konzentration mit bemerkenswerter Finesse. Sie sind dabei nicht opulent, sondern besitzen eine feste, engmaschige Struktur, ideale Säurewerte und eine wunderbare Balance. Gleichzeitig präsentieren sie sich bereits erstaunlich zugänglich. Für Riesling-Fans gleicht der Jahrgang 2025 einem Schlaraffenland, die Weine sind regionsübergreifend auf einem homogen hohen Niveau. Oft wirkt bereits der Gutswein wie ein Ortswein, der Ortswein wie eine Erste Lage und die Erste Lage wie ein Großes Gewächs. Während wir im Jahrgang 2024 die wärmeren und kräftigeren Lagen leicht im Vorteil sahen, präsentieren sich 2025 auch die kargen und kühleren Herkünfte in absoluter Bestform.

Jahrgang 2025 in Deutschland

Aufgrund eines warmen Frühjahrs mit ausreichend Niederschlägen kamen die Reben bereits früh in Schwung. Während des warmen Sommers mit moderaten, aber ausreichenden Niederschlägen schritt die Reife zügig voran. Eine längere Phase von Hitze und Trockenheit während der Zellteilungsphase sorgte zudem dafür, dass die Beeren auffallend klein blieben - eine wichtige Grundlage für die spätere Konzentration der Weine. Ein außergewöhnlich warmer und trockener August sorgte für eine hervorragende Traubengesundheit, sodass in vielen Regionen die früheste Lese seit Beginn der Aufzeichnungen beginnen konnte. Bemerkenswert war dabei nicht nur der frühe Zeitpunkt, sondern auch die Geschwindigkeit der Lese: Sie verlief nahezu ohne Pause und ging vielerorts nahtlos von den Burgundersorten in den Riesling über. Was Winzer regionsübergreifend berichten, ist, dass sie sich an kaum ein Jahr erinnern können, in dem sie derart schöne Trauben ernten konnten. Voraussetzung dafür war allerdings, den ungewöhnlich frühen Lesezeitpunkt auch konsequent anzunehmen - und die Trauben nicht aus Gewohnheit hängen zu lassen. Wer zu lange wartete, bekam die Folgen der Regenfälle in der zweiten Septemberhälfte zu spüren. Deshalb sehen wir die wärmeren Regionen leicht im Vorteil, aber auch das, was wir bisher von unseren Winzern an der Mosel probieren konnten, ist sehr gut. Die restsüßen Kabinette verdienen hier ein Sonderlob. Regional traten vereinzelt Botrytis sowie aufquellende Beeren auf, insgesamt hielten sich die Probleme jedoch in Grenzen. So blicken wir insgesamt auf einen Jahrgang mit großer aromatischer Tiefe und Komplexität. Die Weine besitzen eine beeindruckende Konzentration, ohne jemals überreif oder schwer zu wirken. Hinzu kommen eine feste, engmaschige Struktur, sehr gute Säurewerte und eine bemerkenswerte Balance - ein echter Traumjahrgang.

Jahrgang 2025 in Österreich

Unser Besuch auf der VieVinum im Mai hat uns gleich doppelt Freude bereitet. Einerseits war es schön, die Winzerinnen und Winzer wiederzusehen, andererseits präsentierten sich die neuen 2025er Veltliner und Rieslinge in Topform. Wo 2024 kraftvoll und reif war und sich mit einer teils exotischen Ausprägung fast ein wenig Old School präsentierte, zeigen sich die 2025er nun moderner. Alles sitzt am richtigen Fleck: Extrakt, Säure und Gerbstoff. Die Weine besitzen eine schöne Balance und wirken wie aus einem Guss. Ein sehr schöner Jahrgang, in dem der Riesling tendenziell etwas dichter und kräftiger ausfällt als der feingliedrige und spannungsgeladene Veltliner. Das Vegetationsjahr verlief dabei deutlich anders als in vielen deutschen Regionen. Nach einem eher späten Austrieb blieb der Sommer insgesamt moderat, ohne extreme Hitzephasen. Eine kühlere Phase im Juli verzögerte die Entwicklung zusätzlich, gleichzeitig sorgten ausreichende Niederschläge für stabile Bedingungen ohne Extreme. Entscheidend für die Qualität waren schließlich die Bedingungen vor der Lese: Große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sorgten für eine langsame und gleichmäßige Ausreifung sowie für den Erhalt von Frische und Aromatik.