Harslevelü

Hárslevelű ist eine autochthone ungarische Rebsorte, die vielen Synonyme – wie auf deutsch Lindenblättriger, slowakisch Lipovina oder rumänisch Frunză de Tei - deuten auf eine früher größere Verbreitung hin. In Ungarn hingegen heute noch eine der wichstigsten weissen Rebsorten und wurde auch von ungarischen Königen geschätzt.

Hárslevelű ist mit Furmint die Seele des wohl berühmtesten Wein Ungarns – dem Tokajer Ausbruch aus der Region Tokaj-Hegyalja, ganz im Osten des Landes. der erste Tokajer Aszú produziert wurde, ist unklar, aber er zählt sicher zu den ersten Weinen, die aus botrytisierten edelsüßen Beeren gewonnen wurden. Das Tokajer-Gebiet wurde im Jahre 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Bereits im 18. Jhd. in einer nationalen Bewertung als einziges Gebiet als erstklassig klassifiziert. Was eine erste Blütezeit auslöste und den Tokaj eine wichtige Rolle an vielen Herrscherhöfen einbrachte, von Maria-Thersia bis zum russischen Zarenhof. Auch Schriftsteller und Komponisten (von Goethe bis Beethoven) erwähnten den Tokajer in ihren Werken.

Herkunft und Verbreitung

Gemäß DNA-Analysen aus dem Jahre 2020 entstammt sie einer natürlichen Kreuzung zwischen Furmint und vermutlich Tsimlyanskii Belyi. In Ungarn belegt sie insgesamt etwa 1.600 Hektar Rebfläche, davon alleine in der Tokaj 1.100 Hektar, hier ist sie zweitwichtigste Rebsorte. Darüber hinaus gibt es nur Mini-Bestände in Rumänien, Slowakei, Österreich, Südafrika und Australien.

Charakteristik

Das Laub der Reben ähneln entfernt Lindenblättern, sie ist ertragsstark und wird erst spät reif. Die großen lockeren Trauben haben kleine dünnschalige Beeren womit sich auch die Empfindlichkeit für Frost, Trockenheit und echten Mehltau (Botrytis cinerea) erklären läßt. Der Hárslevelű eignet sich für leichte bis schwere trockene Weißwein genauso wie für edelsüße Tropfen, und ist -neben Furmint- essenziell für die Herstellung der berühmten Tokajer Weine. Im Aroma finden sich Linden-Blüten, Kräutertee, trockenes Heu und bei hoher Reife auch Blütenhonig. Trotz viel Extrakt doch eher wenig Frucht im klassischen Sinne, dafür eine ausgeprägt aromatische Würze mit feiner schlanken Säure.


Artikel 1 - 1 von 1