Kremstal

Rund um die traditionelle Weinstadt Krems wird seit vielen Jahrhunderten Weinbau betrieben. In Stein direkt angrenzend an die Wachau und am Kremsfluß aufwärts nach Senftenberg gibt es anspruchsvolle Urgesteinslagen. Östlich der Stadt beginnen mächtige Lössformationen die dann ins Wagram übergehen und südlich der Donau um das Stift Göttweig gibt es sanfte Hügel mit Donau-Schotter.

Zwischen Wachau und Wagram

Am östlichen Ausgang der Wachau weitet sich das enge Donautal zur sonnendurchfluteten Ebene. Diese Öffnung zeigen auch die Weine, die Grünen Veltliner sind zugänglich, fruchtig und mit typischem Pfefferl versehen. Es gibt viel klimatische und geologische Ähnlichkeiten mit den benachbarten Weinbaugebieten Wachau, Kamptal bzw. dem Wagram. Auch im Kremstal kommen die klimatischen Einflüsse, vom warmen, trockenen, pannonischen Klima aus dem Osten und kühlen Strömungen aus dem nördlichen Waldviertel, zur Geltung. Geologisch ist der östliche und nördliche Teil der Region praktisch identisch mit der Wachau, es herrschen Gneis-Urgesteinsverwitterungsböden vor. Daher sind auch Riesling und GrünerVeltliner die gebietstypischen Leitsorten. Mineralische Weine von der Lage Pfaffenberg oder auch Senftenberg, am namensgebenden Flüsschen Krems, brauchen sich vor den Wachauern nicht verstecken. Ganz anders gelagert sind die Rebflächen im Osten der Stadt mit gewaltigen Lössterrassen, wie etwa die Großlage Sandgrube oder um die Ortschaften Rohrendorf und Gedersdorf herum. Sie verleihen nicht nur der Landschaft einen ganz besonderen Reiz, sondern prägen auch einen etwas runderen Veltlinertyp. Südlich der Donau überragt das weithin sichtbare Benediktinerstift Göttweig die Weinorte Furth, Palt, Krustetten, Hollenburg und Oberfurcha mit Schwemmland und Donauschotter im Untergrund. Die bekanntesten Winzer sind Martin Nigl, Gerald Malat, Fritz Miesbauer vom Weingut der Stadt Krems, Sepp Mantler und Franz Proidl.

Historische Zeugnisse einer langen Weinbautradition

Krems im Zentrum des Weinbaugebiets ist eine der ältesten Weinstädte Österreichs, mit romantischen engen Straßen und historisch wertvollen Bauwerken aus Spätgotik, Renaissance und Barock. Die Geschichte der Stadt stand immer in enger Verbindung zum Wein. Die ersten Qualitätsreben gab es hier nachweislich schon unter dem römischen Kaiser Probus (276 bis 282 n. Chr.). In der Lebensgeschichte des Heiligen Severins, der im 5. Jahrhundert in Krems und Mautern lebte, ist erwähnt, dass er sich in die Weinberge zurückgezogen habe. Im 11. Jhd. wird zum ersten Mal die Riede "Kremser Sandgrube" erwähnt, bis heute eine der bekanntesten Herkünfte für Grünen Veltliner. Nach der Völkerwanderung brachten fränkische und bayrische Mönche wieder Schwung in den Weinbau. Die alten Lesehöfe geben Zeugnis davon. Über 40 Klöster verfügen seither in Krems und Umgebung über Weingartenbesitz. Zu einer Zeit, in der die Bauernschaft in Europa unter der Leibeigenschaft litt, wurden in Krems die Weinhauer dem Bürgerstand gleichgestellt. Die im Jahre 1447 in Krems gegründete Hauerinnung, die älteste Zunft dieser Art im deutschen Sprachraum, genoss großes Ansehen. Ein Weinstadtmuseum und das Weinkolleg im Kloster Und geben Einblicke in diese Wein-Vergangenheit.
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