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Burgundy

Puligny-Montrachet, Meursault, Chambolle-Musigny, Gevrey-Chambertin – allein das bloße Aussprechen dieser Orte bringt die Augen jedes Weinenthusiasten zum Leuchten und den Speichel zum Fließen. Die großen Pinots und Chardonnays aus dem Burgund sind die internationale Benchmark wenn es um Highend-Qualität, Terroirbewusstsein und einen unvergleichlich elegant-komplexen Weinstil geht. Aber wie genau hat sich dieses stark zersplitterte Anbaugebiet im Osten Frankreichs zum Wein-Mekka entwickelt?

DIE ZISTERZIENSER – Mönche mit Forscherdrang

Dreh- und Angelpunkt der burgundischen Weinbaugeschichte ist das Jahr 1098, das Geburtsjahr des Zisterzienserordens im Kloster Cîteaux. Natürlich haben auch bereits Kelten und Römer in diesem Gebiet Weinbau betrieben, doch waren es die Zisterzienser, die ein gänzlich neues Qualitätsbewusstsein für Wein an den Tag legten. Sie spezialisierten sich auf eine bisher nicht dagewesene spezifische Bodenbewirtschaftung und experimentierten mit verschiedenen Veredelungs- und Schnitt- und Düngetechniken für die verschiedenen Bodentypen. Als "Versuchslabor" diente der Clos de Vougeot, auch heute noch größte Grand Cru Lage an der Côte d’Or den die Mönche zu Beginn des 14. Jahrhunderts mit einer Mauer umzogen um den Weinberg ganz klar von der restlichen Umgebung abzugrenzen: die Geburt des terrroirgebundenen Appellationsgedanken. Weine aus der Gegend um Beaune genießen bereits zu dieser Zeit hohes internationales Renommé und so wird zum Beispiel auch der im Vergleich zu Pinot Noir eher minderwertige Gamay per Gesetz aus den Weingärten des gesamten Herzogtums Burgund verbannt.

Das Appellationssystem – logisch aber komplex

Sämtliche Qualitätspyramiden bestehend aus Guts-, Ort- und Lagenweinen wie wir sie heute kennen, sei es vom VDP oder dem Steirischen Verband STK, berufen sich auf den Grundgedanken der Burgund-Klassifizierung. Diese mag mit 84 Appellationen, über 500 Premier Crus und 34 Grand Crus am Anfang zwar sehr verwirrend wirken, die hierarchische und (im Gegensatz zum Bordeaux auch einheitlich gültige) Einteilung in nur vier Stufen (régional, village, Premier Cru, Grand Cru) aber ist eigentlich gar nicht so kompliziert wie es scheint. Dass so viele verschiedene Lagen peinlichst diffizil unterschieden werden, liegt an der enormen Boden- und Mikroklimavielfalt des Burgunds. Ein Extrembeispiel ist sicherlich Nuits-Saint-Georges, wo sich die Bodenstruktur auf kleinstem Raum direkt nebeneinanderliegender Parzellen so stark unterscheidet, dass auf 152 Hektar Rebfläche stolze 40 Premier Crus kommen.

Alles auf Chardonnay und Pinot Noir

Was die Sache aber wiederum ganz klar vereinfacht ist, dass man ohne großes Auswendiglernen sofort weiß, was man im Glas hat wenn man Bourgogne trinkt. Weiß ist immer reinsortiger Chardonnay und Rot immer Pinot Noir. Diese beiden Sorten passen einfach absolut perfekt zum Terroir und wurden wie zuvor beschrieben von den Zisterziensern hinsichtlich Anbau und Bewirtschaftung optimal an die Umgebung angepasst. Ausnahmen gibt es außer Aligoté und Gamay so gut wie keine, und wenn, so werden diese namentlich auf dem Etikett erwähnt. Auf gerade mal 2% der 40.000 Hektar großen Anbaufläche Burgunds kann man auch Pinot Blanc, Pinot Gris, Pinot Madeleine, Melon de Bourgogne oder Sauvignon Blanc finden und auch wenn diese Rebsorten hier sicherlich nicht tonangebend sind, so lohnt es sich dennoch zuzugreifen, wenn sich die Gelegenheit einmal bietet und man eine solche Flasche entdeckt.

Die Regionen

Das Burgund erstreckt sich im Osten Frankreichs von Dijon bis Lyon. Dieser Landstrich teilt sich in die Gebiete Côte d’Ôr (ihrerseits wieder unterteilt in die Côte de Nuits und die Côte de Beaune), die Côte Chalonnaise, das Mâconnais und südlich daran angrenzend das Beaujolais, das offiziell zwar zur Weinbauregion Burgund zählt, sich aber stilistisch sowie klimatisch so stark vom Rest Burgunds abhebt, dass wir es als eigene Region aufführen und beschreiben. Und dann gibt es etwas abgeschlagen davon in nordwestlicher Richtung noch die für ihre steinigen, mineralischen Chardonnays bekannte Region Chablis.

Das nördliche Burgund

Wirft man einen Blick auf die Landkarte so sieht man, dass das Chablis geographisch viel näher an der Champagne liegt als am Burgund, allerdings konzentriert man sich hier gänzlich auf Stillweine. In Zeiten der Zisterziensermönche bildete die Region zusammen mit dem benachbarten Gebiet um die Stadt Auxerre das größte zusammenhängende Weinbaugebiet Frankreichs. Bevor die Reblaus ihr Unheil verrichtete wurde hier auf 40.000 Hektar Wein angebaut und nachdem die Winzer hier Winter für Winter mit starkem Frost zu kämpfen hatten, waren die Weine aus Chablis und Auxerre nahezu Geschichte. Heute stehen immerhin wieder rund 4.500 Hektar unter Reben, allen voran unter Chardonnay. Aber auch Aligoté, Pinot Noir und die farbintensivere, tanninreichere César gedeihen hier auf einem Kalk-Ton-Gemisch namens Kimmeridge. Dieser hellgräuliche Bodentyp, der maßgeblich aus einem Brei prähistorischer Austernschalen besteht, erbringt Weine mit Strahlkraft und Präsenz, ausgeprägter Mineralität und der eben Chablis-typischen Feuersteinnote. Der Grund dafür, dass wir genau diesem Gebiet, das neben Chablis auch die Appellationen Bourgogne Côte d’Auxerre, Vézélay und Irancy umfasst, ein besonderes Augenmerk schenken ist, dass wir diese kühle, aber filigran mineralische Stilistik sehr mögen und so überrascht es nicht, dass hier auch die "domaines" unserer burgundischen Winzer liegen. Noch wird der kühlere Norden immer etwas stiefmütterlich behandelt wenn es ums ruhmreiche Burgund geht. Aber auch am Burgund zieht der Klimawandel nicht spurlos vorbei, und so ist es vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis so manche Randlage wieder stärker in den Fokus rückt und der ein oder anderen in der Sonne brutzelnden Premier-Cru-Lage den Rang abläuft.
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