Sangiovese

ist die wichtigste rote Rebsorte der Toskana und eine der bedeutendsten Rebsorten Italiens. Sie ist die Grundlage für berühmte Weine wie Chianti Classico, Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano. Die Rebsorte wurde erstmals im 16. Jhd. unter dem Namen „Sangiogheto“ erwähnt, der angeblich lateinischen Ursprungs (Sanguis Jovis = Blut von Jupiter) ist. Eine interessante Entwicklung begann in 1970er Jahr, als einige Toskanische Winzer (allen voran Antinori) begannen den Sangiovese mit Caberent Sauvignon und/oder Merlot außerhalb der DOCG-Regeln zu cuvéetieren – die später sogenannten „Super-Tuscans“ waren geboren.
Sangiovese ergibt meist elegante, strukturierte und langlebige Weine. Die hohe Säure macht sie zu hervorragenden Begleitern von Speisen. Die Rebe reift relativ spät und bevorzugt warme, sonnige Lagen sowie kalk- und steinreiche Böden und kommt gut mit Trockenheit klar. Ihre Weine zeichnen sich durch eine charmante Säure, mittleres Tannin und eine charakteristische Kirschfrucht aus.

Herkunft und Verbreitung

Die genetische Herkunft der Sorte ist weitgehend geklärt. DNA-Analysen zeigen, dass der Sangiovese aus einer natürlichen Kreuzung zweier alter Rebsorten hervorgegangen ist: eindeutig klar als ein Elternteil ist Ciliegiolo – während höchstwahrscheinlich die Calabrese Montenuovo als zweiter Elternteil gilt. Damit reicht ein Teil der genetischen Abstammung des Sangiovese möglicherweise bis nach Süditalien zurück. Widersprüchliche Analysen ergaben aber Muscat Rouge de Madère, Frappato oder Gaglioppo als zweiten Elternteil. Wie diese Ergebnisse zeigen, besitzt Sangiovese eine außergewöhnlich große genetische Vielfalt. Die Anbaufläche liegt weltweit bei ungefähr 72.000 Hektar, was im internationalen Rebsortenranking von Kim Anderson Rang 13 ergibt. Bleibt somit flächenmäßig deutlich hinter Cabernet Sauvignon, Merlot oder Pinot Noir zurück. Der mit Abstand größte Anteil -von etwa 68.000 Hektar- entfällt auf Italien, und da wiederum praktisch alles auf die Toskana. Außerhalb Italiens wird Sangiovese unter anderem nur in Australien, den USA und Argentinien auf Flächen über 1.000 Hektar angebaut.

Charakteristik

die mittelgroßen bis großen, geflügelten Trauben und die rundlichen, dunkelblauen Beeren haben eine vergleichsweise dünne Schale, was auch die Anfälligkeit gegen Botrytis erklärt. Typisch sind die relativ dunklen, oft fünflappigen Blätter. Charakteristisch für Sangiovese sind Aromen von Sauerkirsche, roten Beeren, Veilchen, Kräutern und Gewürzen. Mit zunehmender Reife (Holzausbau vorausgesetzt) entwickeln sich Noten von Tabak, Leder, Waldboden und getrockneten Früchten.


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