Subskription Große Gewächse 2018

Subskription Große Gewächse

Der Sommer 2018 war warm und trocken und schon im August wurde von manchen „Experten“ medienwirksam ein Jahrhundert-Jahrgang ausgerufen. Nur Sonne allein macht allerdings noch keinen großen Jahrgang – große Hitze und extreme Trockenheit wie in diesem Jahr können auch das Gegenteil hervorbringen. So gibt es auch in 2018 Weine mit zu hohem Alkohol, zu wenig Säure oder scharfen Phenolen. 2018 hat sich trotz des tollen Wetters ähnlich wie ein verregnetes Jahr als Winzerjahrgang erwiesen: wer im Weingarten die richtigen Maßnahmen ergriffen hat, um seine Trauben zu schützen und mit viel Handarbeit seine Reben umsorgt hat, konnte perfekte Trauben in den Keller bringen. Der überstrapazierte Begriff Jahrhundert-Jahrgang trifft in unseren Augen zwar nicht zu, 2018 darf aber als Spitzenjahr mit der erfreulichen Kombination aus hoher Qualität und (endlich mal wieder) vernünftigen Mengen angesehen werden.

Die Charakteristik des Jahrgangs ist von mehr Reife und Kraft gezeichnet, die Weine sind sehr aromatisch und fruchtbetont und zeigen sich schon jetzt recht zugänglich. Erstaunlich am Jahrgang 2018 ist, dass die Weine trotz kraftvollem Charme durchaus Eleganz und Frische mitbringen, denn trotz eher niedrigen Säurewerten waren die PH-Werte auf einem fast normalen Niveau, wodurch die Weine leichtfüßig und saftig wirken. Man merkt deutlich, dass die Winzer inzwischen besser mit wärmeren Jahrgängen umgehen können und so besteht trotz ähnlicher Witterung geschmacklich und qualitativ keinerlei Ähnlichkeit zum berühmt-berüchtigten Hitze-Jahrgang 2003.

Die besten Weine des Jahrgangs sind wahrlich groß und haben Spannung, Finesse und eine tolle Struktur, ein dezenter Gerbstoff bringt noch mehr Tiefe und Frische mit sich. Wie gewohnt sind die großen Namen eine sichere Bank und zeigen durch Erfahrung und Detailversessenheit, wie man mit extremen Jahrgängen richtig umgeht. Insgesamt haben die kühleren Gebiete knapp die Nase vorne – allen voran die Nahe mit vier Weltklasse-Serien auf kleinstem Raum. Aber auch an der Saar, Ruwer und im Wonnegau entstanden Weine mit ausgezeichneter Balance. Wir freuen uns auf unsere GG-Verkostung am 12. September und erwarten eine großartige GG-Klasse, die sich so offen zeigt wie nur selten zuvor. 

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Spätburgunder 2017 & 2015
Die meisten Spätburgunder-Winzer bringen zum 1. September ihre 2017er auf den Markt, die Ausnahme bilden wie immer Friedrich Becker und das Weingut Knipser, die jetzt den 2015er Jahrgang veröffentlichen. Beide Jahre gelten als ausgezeichnete Spätburgunder-Jahrgänge und belegen die rasante Entwicklung deutscher Pinots. Die Spitze um Fürst, Keller, Huber, Rings und Becker scheint mit jedem Jahrgang feiner und tiefgründiger zu werden. 

Der eigenständige Stil deutscher Spätburgunder mit etwas mehr Frucht als die Konkurrenz aus dem Burgund ist auch weiterhin schmeckbar, das Qualitätsniveau nähert sich allerdings immer weiter dem französischen Vorbild an. Junge Senkrechtstarter wie Wasenhaus, Benedikt Baltes und Julia Bertram steuern weitere Facetten zur Spätburgunder-Vielfalt hinzu und unterstreichen das Potenzial der Spätburgunder, den Riesling als gehyptes Aushängeschild der deutschen Weinwelt abzulösen.

Riesling Verkostungen

12.9. Große Gewächse 2018: Probe mit 30 Rieslingen und Spätburgundern
24.10. Riesling GGs 2008 gegen 2018: mit Brunnenhäuschen, Hermannshöhle und Co.
25.10. 2008er Riesling aus Deutschland: 10 Jahre danach


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