VDP Riesling Große Gewächse 2015 – Mosel

Der karge Jahrgang steht vielen Weinen an der Mosel sehr gut, kommt dabei die Schiefermineralik doch sehr intensiv durch. Trotz der eher kernigen Struktur der Weine sind diese schon erstaunlich zugänglich und zeigen sich offen und harmonisch, selbst die Weine von Heymann-Löwenstein, die oftmals in der Jugend etwas verschlossen sind.

Clemens Busch

Riesling Marienburg 2015
Der Riesling Marienburg ist der Einstieg in die Große Gewächs-Linie am Weingut Clemens Busch und ist Preis-Leistung immer eine sichere Bank. Der 2015er Marienburg zeigt sich momentan noch dezent und sehr feingliedrig, mit feinen Limettennoten in der Nase, Zitronenmelisse und etwas Thymian kommen hinzu. Am Gaumen sehr schlank und mit einer straffen Säure, extrem feingliedrige Struktur, wirkt so knackig frisch, das es auch ein leichter Sommerwein sein könnte. Bewertung: 17,0

Riesling Marienburg Rothenpfad 2015
Roter Schiefer dominiert die Lage Rothenpfad und erbringt daher immer das kraftvollste und geschmeidigste Große Gewächs von Clemens Busch. In der Nase dicht und mit intensiver Frucht, Orangenzeste und roter Pfirsich, dazu kommt etwas Salbei und ein Hauch Eukalyptus. Am Gaumen saftig und einladend, mürber roter Schiefer kommt durch, wieder rotschaliger Pfirsich, sehr harmonische Struktur, da passt das Zusammenspiel aus Schmelz und Frische perfekt zueinander, macht jetzt schon richtig Spaß! Bewertung: 18,0

Riesling Marienburg Fahrley 2015
Verhaltene Nase mit wenig Frucht, Limettenzeste kommt leicht durch, befindet sich eher auf der rauchigen und kräutrigen Seite, mit etwas Salbei und Thymian. Am Gaumen ungemein straffer Beginn, Säure und intensive Mineralik sind perfekt miteinander verwoben, von der Fruchtausprägung auch hier eher dezent, Limette und Grapefruitzeste dominieren hier. Ein Strukturwein, der die Frucht nicht braucht, sondern nur seine leicht mürbe Mineralik und die knackige Säure. Bewertung: 17,5

Riesling Marienburg Falkenley 2015
Der Riesling Falkenley kommt vom grauen Schiefer und zeigt damit nochmal eine weitere wunderbare Facette der Lage Marienburg. In der Nase geschmacklich etwas stärker ins gelbe gehend, etwas Quitte, Melone und Zitrone, sehr frisch und animierend. Am Gaumen auch hier eine herrliche mürbe Mineralik, ungemein saftig, hat eine leicht tänzelnde Struktur, auch hier wieder Zitrus und eher verhalten Fruchtausprägung. Bewertung: 17,5

 

Heymann-Löwenstein

Riesling Kirchberg 2015
Für Heymann-Löwenstein bereits ein sehr zugänglicher Riesling zu diesem frühen Verkostungszeitpunkt. In der Nase natürlich noch eine leichte Reduktion spürbar, jedoch ist diese nicht nur sehr typisch, sondern etwas das jeder Heymann-Löwenstein-Fan in den Weinen sucht. Dazu kommt reifer gelber Pfirsich, wirkt extrem saftig in der Nase, Ananas und Litschi, verändert sich mit jedem Mal schwenken, tolle Komplexität! Am Gaumen straff und minimalistisch, sehr karger Beginn mit einer lebendigen Säure und einem sehr zarten Körper, insgesamt wenig Frucht am Gaumen, eher zitrische Anklänge, bleibt trotz der zarten Struktur sehr gut am Gaumen. Bewertung: 17,0+

Riesling Stolzenberg 2015
Der Stolzenberg kommt in der Nase von Beginn an deutlich intensiver und etwas düsterer daher, mit einer deutlichen Rauchigkeit, flambierte Ananas, Schwarzpulver und oxidierte Banane. Mit Luft wird er dann etwas frischer und Grüner von der Frucht her, mit grüner Williamsbirne und Limette und etwas grünem Tee. Am Gaumen mit intensiver mürber Struktur, packt richtig zu, grüne Birnenschale, dazu eine leichte Kräuterwürze und zur frischen Säure ein deutlicher Zitrustouch. Bewertung: 17,5

Riesling Röttgen 2015
Der Riesling aus der Lage Röttgen ist von Beginn an sehr rotfruchtig geprägt, Johannisbeeren und etwas Walderdbeere kommen durch, dazu intensive Würze, mit etwas Kümmel und Weihrauch, im Hintergrund gibt der florale Touch eine leicht giftige Note ab. Am Gaumen weich und einnehmend, von Beginn an sehr schmelzig und mit milder Säure, sozusagen der direkte Gegenpol zum sehr frischen Riesling Kirchberg, es kommt dann auch eine leicht mürbe Struktur durch, insgesamt liegt der weiche Schmelz aber klar im Vordergrund, rotschaliger Pfirsich, reife Litschi und etwas Zwetschge zeigen sich im Harmonischen Abgang. Bewertung: 17,5

Riesling Uhlen Blaufüßer Lay 2015
Als könnte man die blaue Farbe des Bodens im Riesling Blaufüßer Lay bereits riechen, allerdings merkt man bei dieser Lage, dass diese wie jedes Jahr noch etwas Zeit braucht, da Sie Momentan noch etwas ausgefallen ist. Kühle Nase mit etwas Chlor und kaltem Rauch, weißer Pfirsich, versteckt sich noch etwas. Am Gaumen mit präsenter Säure zu Beginn, auch hier kühl und blau, wirkt fast tintig, der Schiefer kommt sehr intensiv durch und zeigt sich geschmacklich wie eine Bleistiftmiene, viel Limette und etwas unreifer weißer Pfirsich. Braucht noch Zeit, dann könnte sich hier ein Struktur- und Mineralik-Traum entwickeln. Bewertung: 17,5

Riesling Uhlen Laubach 2015
Die Lage Laubach verleiht diesem Riesling eine Opulenz und eine große Intensität, reife exotische Noten dominieren, dazu kommen feine Nuancen wie Zitronenmelisse und Pfefferminze, es entsteht ein schönes Spiel zwischen Reife und Frische. Auch am Gaumen wird er diesem Eindruck gerecht, der Laubach fängt weich und fast schmelzig an, dann bringt die mürbe Struktur allerdings auch eine zarte Frische dazu, reife Mango, Pfirsich und ganz zum Schluss wieder etwas Pfefferminze.
Bewertung: 17,5

 

Van Volxem

Riesling Goldberg 2015
Der Riesling Goldberg fängt passend zu seinem Namen an, mit goldener süßer Frucht, reifer Melone, etwas Blütenhonig und dazu Ananas, mit Luft wird die Nase eleganter und es kommt etwas Kamille und Holunderblüten durch. Am Gaumen mit straffem und strukturiertem Beginn, der einen fast etwas überrascht bei der weichen Nase, frische Säure, leicht mürbe Schiefermineralik, dazu kommt herbe Birnenfrucht, etwas Quitte und eine feine Kräuterwürze auf den Zungenrändern. Beeindruckender Riesling, der eine tolles Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Bewertung: 17,5+

Riesling Volz 2015
Der Riesling Volz beginnt reif und charmant und wird mit Luft immer feiner und auch kühler von der Fruchtausprägung. In der Nase zuerst mit reifem Pfirsich und süßer Melone, dann kommt Zitronenmelisse, etwas Limette und grüner Apfel. Am Gaumen von Beginn an kühl und eher auf der frischen Seite mit weißem Pfirsich, Litschi und Limette, knackige Säure und eine zarte Struktur, momentan noch etwas mürb austrocknend, zeigt aber sehr gut Anlagen. Bewertung: 17,0

Riesling Scharzhofberger 2015
In der Nase mit sehr kräutrigem Beginn, viel Waldmeister, dazu etwas Maggikraut, Pink Lady Apfel und etwas Salbei, wirkt noch deutlich am verschlossensten von allen Großen Lagen Rieslingen des Weinguts. Am Gaumen mit straffem Beginn, die knackige Säure überdeckt die Schiefermineralik momentan noch etwas, herbe Birnenschale. Bewertung: 17,5-

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