2015

Selten hat ein Weinjahrgang schon zum Abschluss der Lese so viel Vorschußlorbeeren erhalten, wie der 2015er, aus allen Anbaugebieten in wird von eingebrachten Spitzenqualitäten berichtet. Dank kerngesunder, voll aus­gereifter und sehr aromatischen Trauben gibt es ausgesprochen fruchtbetonte, harmonische Weißweine und sehr intensive gehaltvolle Rotweine. 19/20 Punkte
Nach einem ruhigen Witterungsverlauf im Frühjahr und einem günstigen Blütewetter folgte ein ungemein heißer und trockener Sommer. Mancherorts kam die Vegetation komplett zum Stillstand, vor allem Junganlagen, die nicht bewässert werden konnten, gerieten in Stresssituationen. Glücklicherweise gab es gegen Mitte August in den meisten Weinbaugebieten die erlösenden Niederschläge. Es folgte ein wunderschöner, stabiler Herbst mit zahlreichen Sonnentagen, aber auch relativ kühlen Nächten. Generell sind die 2015er Weißweine von viel Extrakt und einem gutproportionierten Körper geprägt. Die vielfach erwarteten Eigenschaften eines Hitzejahrgangs - wie hoher Alkohol und relativ wenig Frucht - sind weitestgehend ausgeblieben, in Deutschland sind die Säurewerte vielfach sogar auf dem Niveau von kühleren Jahrgängen. Die Weißweine weisen tiefe, ausgereifte Fruchtaromen bei beachtlicher Dichte auf. Für die Rotweine scheint sich ein fulminanter Jahrgang abzuzeichnen, der die Eleganz der 2006er mit der Fülle der 2011er verbinden könnte. In allen Regionen entstanden ungemein ausgereifte und dichte Weine, die sich durch dunkle Frucht, großer Eleganz und samtiger Tanninstruktur auszeichnen.
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