In der vergangenen Woche sind die neuen Spitzenweine von Moritz Kissinger bei uns eingetroffen, mit denen er einmal mehr sein Können unter Beweis stellt: auch in einem herausfordernden Jahr wie 2023 bekommt er seinen markanten, charakterstarken Stil ohne Kompromisse in die Flasche. Chardonnay, Weißburgunder und Sauvignon Blanc zeigen sich animierend, straff und geradlinig, mit wunderbar kompakter Struktur und lebendiger Frische.
Besonders das Spiel mit der Reduktion beherrscht Moritz perfekt. Im Chardonnay ist sie am expressivsten: präzise und spannungsgeladen, mit deutlichem Sesam und auch einem gewissen Holzeinfluss, durchwegs kraftvoll und konzentriert. Der Weißburgunder zeigt sich in 2023 als eleganter Gegenpol – hell, leise und filigran, in Sachen Struktur und Salz muss er sich aber nicht hinter dem Chardonnay verstecken. Auch seinen Sauvignon Blanc wollen wir nicht vergessen, denn der straft jeden Lügen, der die Rebsorte im Kopf pauschal in der fruchtigen Easy-Drinking-Ecke abgestellt hat. Der Kissinger Sauvignon Blanc ist das genaue Gegenteil. Frucht sucht man fast vergeblich, stattdessen dominieren Noten von Rauch und nassem Stein, unterstrichen von einer genial saftigen Säure.
Moritz‘ Weine sind auch in 2023 absolute Spitze – und die Nachfrage nach ihnen ungebrochen hoch. Das gönnen wir Moritz von Herzen. Leider bedeutet es aber auch, dass wir in diesem Jahr wieder nur kleine Mengen seiner Spitzenweine zugeteilt bekommen haben. Zum Glück gibt es von seinen „Basisweinen“ ein paar Flaschen mehr. Im Februar hat Stephan Reinhardt sie bei seinem Besuch in Uelversheim verkostet: 93 Parker-Punkte für den Riesling und 92 Punkte für den weißen Null Ohm aus Chardonnay und Weißburgunder gleichen einem Kaufbefehl.
Neues von Frédéric Cossar

Zwar hat Frédéric Cossard die 1996 von ihm gegründete Domaine de Chassorney mittlerweile verlassen – zur Ruhe gesetzt hat sich der Vorreiter der naturnahen Weinszene im Burgund zum Glück aber nicht. Er konzentriert sich nun ganz auf seine neue Linie „Frédéric Cossard“, bei der er nur noch als Négociant agiert, also Trauben zukauft und im eigenen Keller vinifiziert. Dabei stammt das Lesegut nicht von irgendwem, sondern ausschließlich von langjährigen Partnern aus seiner Zeit als Traubenmakler und aus den Weingärten seiner früheren Domaine de Chassorney. Diese Winzer teilen seine weinbaulichen Vorstellungen zu 100% und setzen sie konsequent im Weinberg um. Und die Trauben stammen auch nicht von irgendwo: neben dem Jura reizen ihn die großen Terroirs des Burgunds. So hat uns nun eine Lieferung mit Weinen aus den berühmten Wein-Orten Puligny-Montrachet, Meursault, Gevrey-Chambertin, Nuits St. Georges und Morey St. Denis erreicht.
Seinem unangepassten Stil bleibt er natürlich treu. Seine Weine werden ausschließlich in neutralen Gebinden ausgebaut: entweder in Betontanks, gebrauchten Holzfässern oder Tonamphoren. Was bei den modernen Winzerkollegen mit großem Neuholz-Anteil im besten Fall ein Kopfschütteln hervorruft, ist für Frédéric ein Mittel, Pinots und Chardonnays zu erzeugen, die die Essenz ihres Terroirs möglichst unverfälscht transportieren. Die Weine begeistern mit schwebender Eleganz: puristisch, kühl, filigran – und sind im Burgund in dieser Form kaum zu finden. Übrigens: Wir haben noch einige der von Frédéric vinifizierten Weine der Domaine de Chassorney auf Lager. Wer sich also noch etwas von den Weinen von den Hautes Côtes sichern möchte, sollte schnell zugreifen – Nachschub wird es nicht mehr geben.
