Neuer Jahrgang von Allante & Boulanger

Flaschen von Allante & Boulanger

Vor Kurzem ist Nachschub aus dem Jura eingetroffen, unter anderem eine Palette der äußerst raren Weine von Allante & Boulanger.
Christian Boulanger und Mathieu Allante, deren kleines Weingut sich auf zwei Keller in Rotalier und Gizia im Süden des Jura verteilt, sind ein echtes Phänomen. Ohne sich großartig in den Mittelpunkt zu stellen oder sich marktschreierisch zu vermarkten – sieht man einmal von den einzigartig-verspielten Etiketten ab – keltern sie Weine mit umso mehr Freude am Handwerk, einem Gespür für herausragendes Terroir sowie dem beherzten Einsatz für den Erhalt alter Weinberge und autochthoner Rebsorten. Ihre Weine sind so ausdrucksstark und energiegeladen, dass sie mittlerweile ähnlich gefragt sind wie die der alteingesessenen Granden Ganevat, Saint Pierre oder ihrer Lehrmeister von der Domaine Labet – nur sind sie noch viel rarer.
Die neuen Rotweine stammen aus dem Jahrgang 2023, die neuen Weißweine blieben ein Jahr länger auf der Vollhefe und stammen aus dem Jahrgang 2022.  Auch wenn die Winzer im südlichen Jura in beiden Jahren von Frost und Hagel verschont blieben, sind die Mengen von Allante & Boulanger wie immer winzig. Deshalb sind die meisten Weine nur in gemischten Paketen erhältlich. In diesen Paketen können Sie sich eine der begehrten Flaschen sichern, zusammen mit teilweise neuen Jahrgängen von Valentin Morel (Les Pieds Sur Terre), Didier Grappe und Julien Crinquand – drei Winzer, die man auf jeden Fall im Auge behalten sollte. Dieser Meinung ist auch Luis Gutiérrez vom Robert Parker Wine Advocate. Nachdem er den Chardonnay la Cuvée Capucine 2022 von Julien Crinquand in einem Restaurant in Arbois probieren durfte, war er so beeindruckt, dass er direkt zum Weingut fahren wollte, um mehr von ihm zu verkosten – da er ihn aber nicht erreichen konnte, notierte er: »He remains at the top of my to-do list for next year…«

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Jura Winzer to Watch:

Der lebensfrohe Julien Crinquand hat sein Handwerk bei Fabrice Dodane auf der legendären Domaine St. Pierre gelernt. Heute ist Fabrice so etwas wie sein Mentor, der ihn auch bei der Übernahme des elterlichen Weinguts im Jahr 2019 unterstützt hat. Juliens neue Weine, der Trousseau P’tit Prince und der Poulsard Le Coup de Plou aus dem Jahrgang 2023, erinnern durchaus an die fantastischen Weine seines Lehrmeisters. Sie sind engmaschig, aber immer geradlinig, saftig und animierend. Die Weißweine überzeugen mit fester Struktur, frischer Säure, dazu viel Kalk und Salz am Gaumen.

Valentin Morel aus Poligny hat eine außergewöhnlich intellektuelle, fast philosophische Herangehensweise an das Weinmachen, inspiriert von Denkern wie Steiner oder Fukuoka. Kürzlich hat er selbst ein Buch über die Zukunft des Weinbaus in Zeiten des Klimawandels geschrieben. Nebenbei keltert er lebendige, fokussierte Weine mit grandioser Tiefe, die zu den interessantesten der Region gehören. Neben dem maischevergorenen Savagnin Bois d’Arnaux sind vor Kurzem zwei geradlinige saftige Rotweine aus dem Jahrgang 2023 eingetroffen: ein Vin de Paille (Strohwein) und ein roter Macvin (Traubenmost mit Marc du Jura). Auch einige seiner präzisen, wunderbar strukturierten Chardonnays sind noch vorrätig.

Didier Grappe verfolgt das Ideal eines ganzheitlichen, möglichst natürlichen Weinbaus, bei dem auch auf den Einsatz unnatürlicher Pflanzenschutzmittel verzichtet werden soll – aus diesem Grund setzt er schon seit vielen Jahren auf Piwis, also pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Seine neuen Jahrgänge von Pif Purple und Seyve-Villard sind wohl die besten Piwis, die wir je probieren durften. Aber auch sein „klassischer“ Traminer gefällt als charaktervoller und dennoch preiswerter Savagnin – auch wenn er wegen der konservativen Appellationsvorschriften nicht so heißen darf.

2022er Lagenweine von Ziereisen

Die neuen 2022er

Die neuen 2022er Lagenweine vom Weingut Ziereisen sind da – wie gewohnt spielen die Spitzenweine wieder in der ersten Liga. Worin sich Edeltraud und Hanspeter Ziereisen allerdings von den meisten Spitzenweingütern unterscheiden: ihre Pinots der Basis- und Mittelklasse sind beinahe unverschämt günstig zu haben. Besonders in einem herausragenden Rotweinjahrgang wie 2022 bekommt man hier unglaublich viel Qualität für erstaunlich wenig Geld.
Wie immer haben die sich beiden mit der Veröffentlichung ihrer Weine Zeit gelassen – durch langes Vollhefe- und Flaschenlager bekommen sie die Ruhe, die sie brauchen, um ihre Balance zu finden. Für ein Plus an Struktur und Kernigkeit wurde bei den Rotweinen im Gegensatz zum kühlen Jahrgang 2021 wieder vermehrt mit ganzen Trauben gearbeitet, und auch sonst bleibt alles beim Alten: spontane, ausgedehnte Maischegärung mit wenig Bewegung, anschließend rund zwei Jahre Reifung auf der Vollhefe in größtenteils gebrauchten Barriques und schließlich die unfiltrierte Füllung – getreu dem Motto never change a running system. Das Ergebnis: dichte, kraftvolle Weine mit ätherischer Würze, reifen und robusten Gerbstoffen sowie markantem, kalkigem Grip. Schon jetzt präsentieren sich vor allem die beiden Preis-Leistungs-Hits aus dem Tschuppen und Schulen sehr zugänglich und balanciert, doch genau wie die Spitzenweine aus der Jaspis-Linie werden sie mit zunehmender Reife noch deutlich an Komplexität gewinnen.

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