Weingut Seehaldenhof – der heißeste Tipp für deutsche Burgunder

Flaschen vom Seehaldenhof

Es gibt Momente beim Verkosten, da merkt man sofort: Was da im Glas ist, ist nicht nur gut – es ist fantastisch. Das beeindruckt besonders, wenn es sich dabei nicht um Weine von etablierten Spitzenweingütern handelt. So ging es uns in der Vergangenheit etwa mit frühen Jahrgängen von Wasenhaus, Moritz Kissinger und Carsten Saalwächter. Und kürzlich war es wieder so weit: beim 2022er Jahrgang vom Seehaldenhof. Der junge Winzer, der uns diesen Aha-Moment beschert hat, heißt Simon Hornstein. Kennengelernt haben wir ihn 2016 beim gemeinsamen Praktikum am Weingut Gross, wo wir uns auf Anhieb gut verstanden. Dass sein neuer Jahrgang nun so stark abliefert, freut uns umso mehr. Seit Simon 2017 die Verantwortung im heimischen Weinberg und Keller am Bayerischen Bodensee übernommen hat, schickt er uns jedes Jahr ein Paket mit der neuen Kollektion – stets verbunden mit der Bitte um ehrliches Feedback. Als wir nun die 2022er probierten, waren wir einfach weggefegt. Simon hat an Präzision, Energie und einer unbändigen Salzigkeit in seinen Burgundern ein neues Niveau erreicht. Für uns ist der Seehaldenhof derzeit der heißeste Tipp für schlanke, feingliedrige Chardonnays und Spätburgunder in Deutschland. 

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Mit unserer Begeisterung für Simons Weine stehen wir längst nicht allein da: In den vergangenen Jahren wurde er von nahezu allen Weinführern entweder als Newcomer oder Aufsteiger des Jahres ausgezeichnet. Mit seinem klaren Fokus auf Chardonnay und Spätburgunder trifft er nicht nur den Zeitgeist, sondern überzeugt auch mit Eleganz und Finesse.

Schon in den letzten Jahren waren seine Weine gut, damals jedoch meist reifer und fülliger. Der aktuelle Jahrgang hingegen betont Balance, Kühle und Mineralität, was für uns das Terroir des Bayerischen Bodensees perfekt widerspiegelt. Die Reben wachsen hier auf schottrig-steinigen Böden in knapp 400 Metern Höhe, klimatisch geprägt vom ausgleichenden Einfluss des Bodensees. Die Toplage Seehalde liegt direkt am Wasser, qualitativ dicht auf den Fersen ist ihr der etwas höher gelegene Sonnenbichl. Besonders beeindruckend:die markante, steinig-salzige Mineralität am Gaumen zeigen nicht nur die Lagenweine, sondern bereits die Guts- und Ortsweine.

Simon betont beim Pinot Noir durch einen hohen Ganztraubenanteil und Remontage in der Gärung die Feinheit, Kühle und Saftigkeit der Sorte. Mit seinem gekonnten, präzisen Holzeinsatz unterstreicht er die kernige Textur der Weine. Dies kommt in Perfektion in seinem Spätburgunder Seehalde 2022 zum Vorschein. Der Ortswein Spätburgunder Nonnenhorn 2022 präsentiert sich etwas reduktiver und mit dunklerer Frucht. Der 2023er Spätburgunder Bodensee hingegen ist superzart und filigran – und mit einem Preis von nur 14,50 € auch noch ein echtes Schnäppchen.

Bei den Weißweinen setzt Simon auf spontane, trübe Gärung, langes Vollhefelager ohne Bâtonnage und einen sehr zurückhaltenden Neuholzeinsatz. Schon die Gebietswein-Cuvée Bodensee Blanc 2022 begeistert mit Klarheit und Präzision. Noch mehr Feinheit zeigt sich im Chardonnay & Weißburgunder Nonnenhorn 2022. An der Spitze des Sortiments stehen zwei fantastische Lagenweine, die einen spannenden Kontrast abbilden: Der Chardonnay Seehalde 2022 ist schlank, filigran, energiegeladen und ungemein salzig. Der Chardonnay Sonnenbichl 2022 bringt hingegen etwas mehr Power und Dichte mit. Beide zeigen eine feine Feuerstein-Reduktion, die ihnen ausgesprochen gut steht.

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