Die promovierte Önologin Simone Adams geht ihren Beruf als Winzerin mit außergewöhnlichem Sachverstand und Präzision an. Auf ihrem Weingut in Ingelheim läuft nichts nach Gewohnheit, Tag für Tag stellt sie sich die Frage: Was passiert gerade im Weinberg und im Keller und was bedeutet das für meine Trauben bzw. meinen Wein? Dann zieht sie gekonnt die richtigen Schlüsse. Im heißen Jahrgang 2022 setzte sie beim Spätburgunder verstärkt auf ganze Trauben, um unter anderem den pH-Wert etwas anzuheben, und im vergleichsweise feuchten Jahr 2023 säte sie bereits im August die Winterbegrünung aus, damit diese in Konkurrenz zu den Reben tritt, überschüssiges Wasser aufnimmt und so die Beeren vor zu schneller Reife und Aufplatzen schützt. Dabei arbeitet Simone zu 100% im Einklang mit der Natur, seit Jahren biozertifiziert und mittlerweile auch biodynamisch. Ideologische Scheuklappen hat sie aber keine auf. Wenn es zum Beispiel – wie im Herbst 2023 – bei guter Nährstoffversorgung zu einer schnellen, fast rasanten Gärung kommt, dann scheut sie sich nicht, die Gebinde zu kühlen, um die Entstehung unerwünschter Gärungsnebenprodukte zu verhindern. Nicht zuletzt deshalb hat sie sowohl mit dem 22er als auch mit dem 23er Jahrgang wieder eine Serie von außergewöhnlicher Balance abgeliefert. Stephan Reinhardt bewertet sie durchweg hoch, in der Spitze mit bis zu 95 Parker-Punkten. Die 22er Pinots zeigen sich durchweg elegant, in der Basis saftig und frisch, in den Lagen vielschichtig und spannungsgeladen. Der Kalk der Ingelheimer Lagen ist dabei stets spürbar. Die weißen Burgunder des Jahrgangs 2023 begeistern mit einer spannenden, leicht reduktiven Note, salziger Mineralität und kerniger Struktur.
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