Das Weingut Huber hat eigentlich eine lange Schaumweintradition, denn bereits seit 1989 hat der Senior Bernhard Huber seine eigenen Weine versektet, bis hin zum Rosé Sekt aus der Toplage Schlossberg. Als Julian das Weingut 2014 übernahm, wurde die Sektherstellung aber erstmal stark zurückgefahren, um sich auf die Weine aus Chardonnays und Spätburgunder zu konzentrieren. Dabei wurden über die Jahre auch die Weinberge neu eingeteilt und es kristallisierte sich heraus, dass sich die kühlsten Weingärten und Parzellen mit deutschen Spätburgunder-Klonen oft besser für die Sekterzeugung eignen als für Rotweine. Deshalb gibt es in diesem Jahr erstmals seit 2014 wieder einen Rosé-Sekt, der als saftiger Einstieg in die Sekt-Serie von Huber fungiert.
Der Grundwein besteht zur Gänze aus Spätburgunder, stammt aus den Jahrgängen 2022 und 2023, wurde im Barrique ausgebaut und ist -wie Julian es sagt- »ein weiniger Sekt mit langem Fassausbau, einem eher kurzen Hefelager und zeigt sich aktuell einen Tick reduktiver«. Neben der feinen Reduktion und zarten Hefenoten bringen die Spätburgunder-Trauben aber auch eine saftige, rote Beerenfrucht und einen charmanten Körper mit, ganz typisch für die Traube mit einem feinen Gerbstoff-Grip. Ein animierender und einladender Schaumwein, der ab diesem Jahr wieder fester Bestandteil des Sortiments am Weingut Huber ist.


Zwei neue Huber-Weine vom Kaiserstuhl
Klingt wie ein Aprilscherz, es ist zum Glück aber schon Mai und mit dem 2023er Jahrgang gibt es tatsächlich erstmalig Huber-Weine vom Kaiserstuhl!
In Oberrotweil, dem Heimatort seiner Mutter, wohnt auch einer von Julians besten Freunden, der Weinbauer Martin Räpple. Martin erzeugt in seinem Betrieb eher unkomplizierte Trinkweine, besitzt aber auch zwei Filetstücke in den Oberbergener Toplagen Kirchberg und Eichberg. So kam es wie es kommen musste, Martin war nicht zufrieden mit seinen Lagenweinen und Julian wollte immer schon mal Trauben vom Kaiserstuhl vinifizieren. Also haben sich die beiden zusammengetan, Martin kultiviert die Trauben und Julian kümmert sich im heimischen Keller um den Ausbau.
Die Oberrotweiler Trauben hat Julian genau wie seine eigenen verarbeitet und ausgebaut. So ist ein Hauch der Huber’schen Reduktion durchaus erkennbar, jedoch ist die Aromatik, Textur und Gerbstoffstruktur ganz klar dem Kaiserstuhl zuzuschreiben. Die Weine sind leichtfüßiger, elegant und mit filigranem Körper, heller in der Frucht und mit feinem Schmelz dazu noch mit etwas mehr Charme ausgestattet. Das Holz kommt frisch geöffnet eine Spur direkter zum Vorschein, gibt den Weinen aber tollen Grip und Tiefe.
Wir waren sofort begeistert, wie expressiv Boden und Charakteristik des Kaiserstuhls zum Vorschein kommen und wie wenig die Handschrift des Winzers im Vordergrund steht. Ein Glück für alle Weinfans, die gerne verschiedene Terroirs vergleichen und eine schöne Alternative, da die anderen Weine von Huber fast komplett ausgetrunken sind. Die Weine sind auch keine Eintagsfliege, denn die Jahrgänge 2024 und 2025 schlummern auch schon im Keller der Familie Huber.

Chardonnay Oberrotweil 2023
Die Trauben für diesen Chardonnay stammen aus einer der kargsten Parzellen der Lage Kirchberg, die von dunklem Vulkangestein geprägt ist, aber von einzelnen Kalkadern durchzogen wird. Der Ausbau erfolgt identisch zum Chardonnay Alte Reben im kleinen Holzfass mit einem Drittel neuer Fässer. Obwohl es für den Kaiserstuhl eine karge Lage ist, spürt man sofort die luftige und elegante Charakteristik der Region, hell, duftig und tänzelnd, ein Hauch Reduktion, dann wieder helle Frucht und feine Würze. Am Gaumen fast filigran, leichtfüßig und dazu ein feiner Schmelz, das Holz ist etwas stärker wahrnehmbar als bei den konzentrierten Weinen aus Malterdingen. Die Saftigkeit und eine feine Gerbstoffstruktur geben ihm eine tolle Länge und Tiefe.

Spätburgunder Eichberg 2023
In einer der besten Parzellen des Eichbergs stehen Alte Reben auf vulkanischen Böden mit Lössauflage im Oberboden. Julian hat die Trauben mit seinem Ernteteam gelesen und im heimischen Keller so wie alle anderen Pinots verarbeitet, der Ausbau erfolgte in Barriques mit knapp 15 Prozent neuen Fässern. Die Nase beginnt mit heller Beerenfrucht, tänzelnd und frisch, auch hier diese Leichtigkeit und eine elegante Duftigkeit, etwas Ätherisches kommt dazu, florale Anklänge, der Eichberg wirkt wärmer und gleichzeitig etwas lässiger als die sehr dichten Malterdinger Lagen. Am Gaumen mit feiner Struktur, leicht rauchige Anklänge und saftige Beeren, dazu eleganter Gerbstoff und feine Holzwürze, druckvoll und sehr harmonisch.
