Eines der am sehnlichsten erwartenden Releases des Jahres steht an: Der neue Jahrgang 2024 von Wasenhaus ist jetzt vorbestellbar, die Auslieferung erfolgt im Juli.
Das Jahr 2024 war im Weinberg kein einfaches, ein nasskalter Sommer erforderte viel Arbeit und konsequente Selektion. Zur Lese hin folgten jedoch einige schöne Tage. Der Zucker stieg zwar kaum noch an, die Trauben konnten dafür aromatisch vollständig ausreifen.
Nach dem konzentrierten und reifen Jahrgang 2022 zeigten sich bereits die 2023er deutlich feingliedriger – die 2024er legen in dieser Hinsicht nochmal zu.
Insgesamt haben Alexander und Christoph eine ruhige, in Teilen beinahe minimalistische Kollektion vorgelegt. Es sind Weine, die einen nicht unmittelbar anspringen, ihre Herkunft dafür aber angenehm ungeschminkt und unaufgeregt widerspiegeln – tiefgründig, komplex und von bemerkenswerter Balance.
Die neuen Spätburgunder präsentieren sich leichtfüßig und filigran, mit schöner Frische und äußerst moderaten Alkoholwerten. Anders als man es in einem kühlen Jahr bei Winzern, die stark auf Ganztrauben in der Gärung setzen, vielleicht erwarten würde, ist der Gerbstoff reif, wunderschön geschliffen und feinkörnig.
Die Entwicklung von der saftigen Basis bis hin zu den Lagenweinen ist klar nachvollziehbar. Vom zarten Grand Ordinaire (bereits Jahrgang 2025), der in diesem Jahr erstmals vollständig abgebeert wurde, über den Spätburgunder, die Ortsweine Kalk und Vulkan bis hin zu den Lagenweinen gewinnen die Weine stetig an Tiefe, Intensität und Komplexität, ohne dabei den leichtfüßigen Charakter des Jahrgangs zu verlieren.
Auch die Unterschiede der einzelnen Lagen treten deutlich hervor. Der Spätburgunder Kanzel aus der vergleichsweise kühlen, nach Osten ausgerichteten Lage mit ihrem hohen Anteil burgundischer Klone zeigt sich besonders feingliedrig, mit dunkler Frucht und ätherischen Noten. Der nach Süden ausgerichtete Möhlin wirkt dagegen kraftvoller und offener, mit reiferer, eher rotfruchtiger Aromatik.
Vom Möhlin haben Christoph und Alexander einige Flaschen beiseite gelegt und bringen nun perfekt am Weingut gereifte Spätburgunder aus den warmen Jahrgängen 2018 und 2020 wieder auf den Markt.
Auch die Weißweine präsentieren sich im Jahrgang 2024 eher schlank und filigran. Sie zeigen sich kalkig-steinig geprägt, mit zurückhaltender heller, teils zitrischer Frucht. Trotz ihrer Leichtigkeit besitzen sie eine engmaschige Textur und eine beeindruckende Präzision. Die Chardonnays wirken dabei generell kerniger und geradliniger, während die Weißburgunder etwas weicher daherkommen und über mehr Schmelz verfügen.
In dieser insgesamt sehr eleganten und von Finesse geprägten Kollektion stechen jedoch zwei Weine besonders heraus. Einerseits der expressive, beinahe exotisch anmutende Weißburgunder Gutswein. Andererseits der unter Florhefe ausgebaute Riesling, der mit dem Jahrgang 2022 letztmalig vinifiziert wurde. In der Nase finden sich nussige Noten, dazu etwas naturiger Funk. Am Gaumen zeigt er sich typisch für den warmen Jahrgang konzentriert und dicht, ätherisch und mit salziger Tiefe.

