Unser neuester Winzer hat sich seinen Namen nicht mit Wein, sondern in erster Linie mit seinen Säften gemacht – denn die sind nicht weniger als die besten Säfte, die wir je getrunken haben.
In einer urigen, von extrem steilen und kleinparzellierten Hängen geprägten Region am Kittenberg im Sausal keltert der umtriebige und sympathische Steirer Herbert König Fruchtsäfte mit ausgeprägter Phenolik, vielschichtiger Aromatik und einem Säurespiel, das Seinesgleichen sucht. Diese natürliche Balance ermöglicht es Herbert, seine Säfte ungefiltert, ohne Zusatzstoffe und schonend kalt, also ohne die sonst übliche Haltbarmachung durch Erhitzung, abzufüllen – so bleiben sie pur und unverfälscht. Die Obstbäume sind zum Teil uralt und stehen in besten Lagen. Sowohl in den Obstgärten als auch in den Weingärten setzt die Familie auf einen naturnahen, biodynamischen Anbau mit minimalen Eingriffen. Die kargen, kalkreichen Böden verleihen den Früchten dabei eine beeindruckende Frische und Spannung.
Zu Beginn haben wir drei Säfte eingekauft: Die Conference Birne ist intensiv und aromatisch, aber insgesamt sicher der ausgewogenste und harmonischste Saft von Wachstum König. Die Mammutquitte präsentiert sich dann etwas wilder und fordernder. In der Nase zeigt sie sich rauchig, und wachsig, womit sie uns ein wenig an Jura-Wein erinnert. Und als wir die Vogelkirsche zum ersten Mal probiert haben, konnten wir uns kaum vorstellen, dass es sich hier „nur“ um unvergorenen Saft handeln sollte. Denn der Saft ist so dicht und so konzentriert, dass man meinen könnte, er sei eingekocht worden. Aromatisch ist der Saft unheimlich vielschichtig und zeigt mit Kardamom und Zimt eine fast weihnachtliche Würze. Mit seiner engmaschigen Struktur und dem stoffigen Gerbstoff versprüht er am Gaumen dann sogar leichte Rotwein-Vibes.
Die uralten Obstgärten bilden das Herzstück des Betriebs. Gleichzeitig war für Herbert von Anfang an klar, dass neben Saft auch Wein entstehen sollte. Genau wie die Säfte tragen sie unverkennbar die Handschrift ihres Machers. Charakterstark, eigenständig und alles andere als geschniegelt – hier trifft man auf Ecken und Kanten, auf Struktur, Spannung und hin und wieder auch auf eine bewusst kantige, fast schroffe Art. Genau das macht ihren Reiz aus.
Wer noch tiefer in die Geschichte von Wachstum König eintauchen möchte, dem empfehlen wir die entsprechende Folge des ohnehin sehr hörenswerten Podcasts Wein für Wein.
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