Neues von Michel Gahier aus Montigny-lès-Arsures

Weinflaschen von Gahier

Michel Gahier gehört zu den alten Hasen im Jura. Als einer der ersten Winzer der Region begann er überhaupt damit, Wein unter eigenem Namen zu verkaufen, anstatt die Trauben an die örtliche Genossenschaft zu liefern. Seine Weinberge kamen dabei nie mit synthetischen Spritzmitteln in Kontakt – und auch im Keller arbeitet er seit jeher so, wie es heute im Jura State of the Art ist: Spontangärung, langes Vollhefelager in großen Holzfässern sowie der konsequente Verzicht auf Schönung und Filtration.

Vielleicht liegt es an seiner ruhigen, zurückhaltenden Art, dass der große Hype, der einige seiner Kollegen erfasst hat, weitgehend an ihm vorbeigegangen ist. Verdient hätten es die Weine durchaus. Denn Michel erzeugt nicht nur die vermutlich feinsten Trousseaus der Region, sondern ebenso hochkomplexe Weißweine, denen die kalkhaltigen Mergelböden rund um Montigny-lès-Arsures nördlich von Arbois eine kraftvolle Tiefe und zugleich elegante Struktur verleihen.

Die wichtigste weiße Rebsorte im ersten Dorf nördlich von Arbois ist Chardonnay. Aus dem ausgewogenen Jahrgang 2023 haben wir gleich drei Weine erhalten, deren unterschiedliche Böden ein spannendes Kalkmergel-Trio bilden: Während Les Follasses auf blauem Mergel wächst, stammt Lou Blanc von grauem Mergel und Les Crêts von rotem Mergel. Alle drei Weine werden ouillé, also reduktiv ausgebaut. Dabei zeigt sich Les Follasses vergleichsweise schlank und karg. Lou Blanc wiederum wächst auf etwas tonreicheren, kräftigeren Böden und legt in Sachen Kraft und exotischer Aromatik nochmals spürbar zu. Les Crêts verbindet schließlich Eleganz, Komplexität und vibrierende Salzigkeit. 

Im Gegensatz zu den drei erstgenannten wird der Melon Fauquette, aus der lokalen Chardonnay-Varietät Melon a Queue Rouge, sous voile, also oxidativ unter einem Florhefeschleier ausgebaut. 

Noch wichtiger als der Chardonnay ist bei Michel Gahier eigentlich der Trousseau. Und normalerweise würden wir uns an dieser Stelle über gleich mehrere finessenreiche Weine dieser Rebsorte freuen. Doch leider haben nur ein paar wenige Trousseau-Trauben aus der Lage Le Clousot – Michels jüngster Anlage – den verheerenden Frost im Jahr 2024 überstanden. Immerhin, denn manch ein Jura-Winzer beklagt 2024 gar den kompletten Ausfall der Ernte…

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