Wachenheim, Schloßböckelheim, Westhofen – Dönnhoffs 2024er Jahrgang

Ortswein-Flaschen von Dönnhoff

Die ersten 2024er von Dönnhoff sind eingetroffen – und auf den ersten Blick mag sich mancher verwundert die Augen reiben: Sowohl ein Westhofener als auch ein Wachenheimer Riesling sind dabei. Die Trauben stammen natürlich nicht von Dönnhoff selbst, sondern von den befreundeten Weingütern Wittmann und Bürklin-Wolf. Was auf den ersten Blick wie eine Neuauflage des Wurzelwerk-Projekts anmutet, ist in erster Linie eine notwendige Reaktion auf die gravierenden Frostschäden, die die mittlere Nahe im Frühjahr 2024 erlitten hat. Besonders heftig traf es die Lagen in Oberhausen, Niederhausen und Norheim. In den Lagen Hermannshöhle, Dellchen und Brücke erlitt das Weingut Dönnhoff fast Totalausfälle. Den Kopf in den Sand zu stecken war jedoch keine Option – und so machte sich Cornelius Dönnhoff bereits wenige Tage später auf den Weg zur Mainzer Weinbörse. Der Frost war natürlich auch dort das beherrschende Thema. Philipp Wittmann und Nicola Libelli, der Kellermeister von Bürklin-Wolf, wurden vom Forst allerdings kaum getroffen – und boten kurzerhand an, im Herbst einige ihrer Trauben aus erstklassigen Lagen zur Verfügung zu stellen. Gesagt, getan: Im September rückte das Dönnhoff-Team nach Westhofen in die Lagen Kirchspiel und Steingrube sowie nach Wachenheim in die Premier Crus Gerümpel und Rechbächel aus und brachte die geernteten Trauben anschließend ins heimische Weingut nach Oberhausen. Da im Schlossböckelheimer Felsenberg zumindest eine kleine Menge geerntet werden konnte, ergibt sich nun eine seltene und spannende Vergleichsmöglichkeit: Drei Ortsweine – vom Westhofener Kalk, den Buntsandsteinböden in Wachenheim sowie vom Schlossböckelheimer Porphyr und Melaphyr – wurden unter identischen Bedingungen im selben Keller von Cornelius Dönnhoff vinifiziert und ausgebaut. Dieses vom Frost erzwungene Experiment bringt uns ein Stück näher an die Beantwortung einer zentralen Fragen des Weinmachens: Wieviel Charakter eines Weins ist tatsächlich dem Terroir zu verdanken, wieviel entsteht durch die Handschrift des Winzers? Die drei Ortsweine können Sie ab sofort bei uns bestellen und sich selbst ein Bild machen. Außerdem öffnen wir sie in der kommenden Woche ab Donnerstag, den 12. Juni, an unserem Verkostungstisch in der Vinothek – gemeinsam mit weiteren spannenden Ortsweinen. Stephan Reinhardt hat die Weine bereits vor einigen Wochen verkostet und zweimal 93 sowie einmal sogar 94 Parker-Punkte verliehen. Die höchste Punktzahl erhielt dabei übrigens der Westhofener Riesling!

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