Riesling

Die vielleicht wichtigste weiße Rebsorte. ...der Weißwein-Trinker wird schließlich oft zum Riesling-Fan! Der Riesling zeichnet sich durch ein intensives Bukett mit rassiger Säure aus (man spricht vom Süß-Säure-Spiel) und transportiert das Terroir ins Glas wie kein Anderer. In Deutschland ist der Riesling die absolute weiße Hauptsorte.

König der weißen Rebsorten

Höchstwahrscheinlich eine zufällige Kreuzung zwischen Weißer Heunisch und einem Ableger des Traminers. In Österreich wird der Riesling zur Unterscheidung vom Welschriesling auch als "Rheinriesling" bezeichnet. Gerätselt wird nach wie vor über die Namensherkunft: steht das Wort Riesling mit dem Verrieseln, mit "edlem Reis" oder mit Rusling (dunkles Holz) im Zusammenhang? Erste urkundliche Erwähnungen im Jahre 1435 in Rüsselsheim, 1477 im Elsaß, 1490 ein Weinberg in Worms. Nach 1500 ist der Riesling allgemein verbreitet und gehörte zu den empfohlenen Sorten aller Landesherren an Rhein und Mosel. Auch die Wachau reklamiert aufgrund einer urkundlichen Erwähnung eines Weingartens namens Ritzling im 13. Jhdt. den Sortenurprung. Mit dem Welschriesling hat der "Weiße Riesling" nichts gemeinsam. Wichtiger Meilenstein auf dem Erfolgsweg des Rieslings waren die Verfügung des Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen im Jahre 1787, dass nur noch Rieslingreben angepflanzt werden dürfen. Als direkte Folge wurde die Mosel das größte Riesling Anbaugebiet der Welt. Durch den nun einsetzenden Erfolg und die Erkenntnis, dass sich die Reben ideal für das deutsche Terroir eignen, nahm der Anbau weiter zu. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Weinbau in Deutschland weiter verbessert, die Weinqualität stieg.

Das Vermächtnis der Liebfrauenmilch

Zur Wende ins 20ste Jahrhundert waren deutsche Rieslinge so hoch eingeschätzt wie französische Rotweine. Deutsche Rieslinge waren auf den Weinkarten der Topgastronomie -auch preislich- vor allen anderen Weinen. Mit Beginn des 1. Weltkrieges und der nachfolgenden Wirtschaftskrise gehen viele Abnehmer für teure Weine verloren, der ganze Markt bricht zusammen. Die simple Idee in den Nachkriegsjahren: trockene, durchgegorene Weine mit sogenannter "Süßreserve" aufzuhübschen war zu verführerisch, obwohl jeder Charakter im Wein verloren ging. Eine Preisspirale nach unten setzte ein, es gab plötzlich Spät- und Auslesen für zwei bis drei D-Mark. Die Liebfrauenmilch steht stellvertretend für lieblichen Wein auf unterstem Niveau. Der Glykolskandal tat dann sein Übriges. Diese "Kunstprodukte" haben das Image des deutschen und österreichischen Weins in der ganzen Welt nachhaltig stark beschädigt. Anfang der 1980er Jahre entwickelt sich daraus der Trend: wer was auf seine Weinkennerschaft hält, trinkt trockene Weine - das erfasste schließlich eine ganze Generation anspruchsvoller Weintrinker. Nichtsdestotrotz reüssierten auch die süßen Auslesen. 

Süßer Riesling kann teuer sein

Auf der Auktion "Großer Ring 2015" in Trier wechselte ein Fläschchen "Riesling Trockenbeerenauslese 2003" vom Scharzhofberg an der Saar für 14.566 Euro den Besitzer. Er stammt von Winzer Egon Müller, den manche schon "Kaiser des deutschen Weinbaus" nennen. Der teuerste -junge- Wein der Welt ist also kein Pétrus und kein Romanée Conti, sondern ein Saar-Riesling. Mag Egon Müller eine Ausnahmeerscheinung sein und der Scharzhofberg mit eine der besten Lagen Europas, die Preise für begehrte deutsche Lagen -ob süß oder trocken- ziehen insgesamt spürbar an. Große wohlklingende Rieslinglagen in Deutschland sind: Appenheimer Hundertgulden, Bernkasteler Doctor, Bockenauer Felseneck, Dirnsteiner Mandelpfad, Juffener-Sonnenuhr, Erbacher Marcobrunn, Forster Kirchenstück, Forster Ungeheuer, Graacher Domprobst, Graacher Himmelreich, Kallstädter Saumagen, Kiedricher Gräfenberg, Maximin Grünhäuser Abtsberg, Monzinger Frühlingsplätzchen, Niederhäuser Hermannshöhle, Niersteiner Pettenthal, Oestricher Lenchen, Rüdesheimer Schlossberg, Ürziger Würzgarten, Wehlener Sonnenuhr, Westhofener Morstein, Wiltinger Scharzhofberg, Winninger Uhlen, Würzburger Stein.

Anbau

Besondere Verbreitung findet die Sorte in den nördlicheren Anbaugebieten (cool climate) mit einem weltweiten Bestand von ca. 50.000 Hektar. In Deutschland hat der Riesling in den letzten 20 Jahren um 5.000 Hektar (auf insgesamt 23.293 Hektar) zugelegt und sich vor einigen Jahren wieder den ersten Platz in der Sortenstatistik -vor dem Müller-Thurgau- zurück erobert. Im Rheingau nimmt der Riesling mit gut 2.400 Hektar fast 80 % der dort verfügbaren Rebfläche in Anspruch. Daneben zählen zu den wichtigsten Riesling-Produzenten die Anbaugebiete Mosel (5.300 ha), Pfalz (5.500 ha), Rheinhessen (3.900 ha) sowie die Nahe (1.100 ha). In Österreich belegt der Riesling eine Rebfläche von 1.863 Hektar, überwiegend wird er in der Wachau (220 ha), Kamptal (358 ha), Kremstal (230 ha) und dem Weinviertel (485 ha) angepflanzt. Von der Bedeutung her gehört die Sorte aber, trotz größerer Flächen für Welschriesling, Müller-Thurgau und Weißburgunder, eindeutig auf Platz zwei hinter dem Grünen Veltliner.

Der Riesling ist eine spätreifende Rebsorte, deren prägendes Element die fruchtige Säure ist, stellt höchste Ansprüche an die Lage (Energie), dafür aber geringe Ansprüche an den Boden. Optimale Bedingungen bieten daher die Wärme speichernden steinigen Steillagen entlang der Flusstäler an Rhein, Mosel, Nahe und Donau. Gegen den Frost ist der Riesling weitestgehend immun und in der milden Sonne verbrennen die Beeren nicht. Einzigartig macht den Riesling seine Fähigkeit die Bodeneigenschaften, und damit die Mineralik und das Mikroklima, intensiv in den Weinen widerzuspiegeln.

Ausbau/Geschmack:

Rieslingweine stehen in allen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen zur Verfügung. In den höheren Qualitätsstufen kommen restsüße oder edelsüße Weine häufiger vor, doch werden auch viele Qualitäts- oder Kabinettweine (insbesondere in den nördlichen Anbaugebieten) zur Kompensation der hohen Säure mit einer dezenten Süße (bis 8g Restzucker) ausbalanciert. Bei den Rieslingen von kargen Steinböden, wie Schiefer oder Urgestein, spricht man gerne von einer mineralischen Note, manche Weine riechen nach Feuerstein, altersgereifte Gewächse weisen häufig einen interessanten Petrolton auf. Die natürliche Säure bietet ein gutes Potenzial zur Herstellung hochwertiger Schaumweine, so finden wir in vielen Betrieben Winzersekte vom Riesling. Edelsüße Beerenauslesen oder Eisweine gehören zu den auch international am höchsten gehandelten deutschen Weinen.
Vornehmer Duft, so edel wie kaum bei einer anderen Sorte. Sein charmantes Bukett hat meist zarte Anklänge an Pfirsiche, Apfel und Zitrusfrüchte. Delikater Geschmack mit harmonischem Gleichklang von Säure und Süße. Am Gaumen wirkt er wegen seiner pikanten Säure sehr rassig und anhaltend.
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