Rheingau

Der Rheingau ist ein ehrwürdiges Anbaugebiet mit langer Tradition und darf sich rühmen, durch die Ernte erster Spätlesequalität im 18. Jahrhundert wegweisend gewesen zu sein. Die Vorliebe von Königin Victoria für diese Weine hat dazu beigetragen, den Rheingau mit Riesling auf internationalem Parkett bekannt zu machen.

Vom Tourismus aufgehalten

Am sogenannten Rheinknie, der Rhein ändert kurz seine Hauptrichtung in Ost-West, um dem Rheingaugebirge aus dem Weg zu gehen, kultivieren die Winzer auf 3.100 Hektar zu 85% Weißweine (vor allem Riesling) und Spätburgunder. Von Lorchhausen im Westen entlang an Rhein und Nahemündung bis zum östlichen Flörsheim am Main erstreckt sich die Weinregion. Der wenige Kilometer breite Streifen wird im Norden vom Taunus und im Süden vom Rhein begrenzt und ist daher fast immer nach Süden ausgerichtet. Der Rhein wirkt wie ein Sonnenreflektor und Wärmespeicher. Von den Taunushöhen strömt nachts kühlere Luft durch die Weingärten und prägt so die Aromatik der Trauben und schützt andererseits vor Kaltströmungen im Winter. In den höheren Lagen bringen Böden aus Schiefer, Quarzit, Lehm und Kiesel rassige, kernige Weine hervor. Auf den tiefgründigen, meist kalkhaltigen Schwemmlandböden in Rhein- und Mainnähe wachsen vollmundige, kräftige Weine. Wie fast überall am Rhein bieten auch hier die klimatischen Bedingungen zusammen mit perfekten Böden eine erstklassige Grundlage für erfolgreichen Weinbau. Die besten Erzeuger: Robert Weil, Georg Breuer, Josef Leitz, Peter-Jakob Kühn und Günter Künstler. Eine junge Generation ist im Anmarsch: Eva Fricke, Achim Oetinger, Balthasar Rees oder Daniels&Sohns.

Früherer Reichtum der Klöster

Auch im Rheingau reichen die Spuren des Weinbaus bis in die Römerzeit zurück. Der Sage nach hat eines Vorfrühlingsmorgens Kaiser Karl der Große von Ingelheim über den Rhein geblickt und festgestellt, dass am Johannisberg der Schnee früher als überall sonst geschmolzen war, und hat deshalb den Anbau von Reben erlaubt. Wenige Jahrhunderte später wurde der Weinbau vornehmlich von Mönchen der Klöster Eberbach und Schloss Johannisberg (zunächst durch die Benediktiner und später durch Zisterzienser) vorangetrieben: eine erste urkundliche Erwähnung des Weinanbaus auf den Südhängen des Taunus stammt aus dem Jahre 1135. Unter ihrer Anleitung wurden in dieser Zeit die Südhänge des Taunus gerodet und mit Reben bepflanzt und so der Grundstock für den heutigen Rheingau gelegt.

berühmt-berüchtigt: Rüdesheim

Die Stadt am Rhein gehört mit zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, ist für ihre Weinherstellung, vor allem für Rieslinge, weltberühmt. Im touristischen Zentrum befindet sich die Drosselgasse mit Geschäften, Kneipen und Restaurants und Siegfried's Mechanisches Musikkabinett. Die mittelalterliche Brömserburg beherbergt das Rheingauer Weinmuseum, in dem Ausstellungsstücke rund um Weinerzeugung und Weingenuss von der Antike bis heute gezeigt werden. Sehenswürdig sind die Altstadt mit Adlerturm, Burg Ehrenfels und das Niederwalddenkmal. Rund 380.000 Übernachtungen entfallen auf die Stadt, hinzu kommen die Gäste von Flusskreuzfahrtschiffen und viele internationale Tagesgäste aus Frankfurt.

In den letzten Jahrzehnten hat der Rheingau eine einzigartige kulinarische Gaststättenkultur entwickelt, von der andere deutsche Weinbauregionen nur träumen können. Mit den "Rheingauer Schlemmerwochen" und dem "Rheingau Gourmet Festival" finden hier gleich zwei hochkarätige Veranstaltungen für Weinliebhaber statt, mit tollen Lokalitäten in Oestrich, Etville, Hattenheim oder Walluf.
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