{"id":988,"date":"2018-02-20T14:51:24","date_gmt":"2018-02-20T13:51:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/?p=988"},"modified":"2023-05-25T16:46:25","modified_gmt":"2023-05-25T14:46:25","slug":"naturweine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/wein-wissen\/naturweine\/","title":{"rendered":"Naturweine, Orange, RAW etc."},"content":{"rendered":"<p>Orange- und Naturweine sind in Expertenkreisen schon gro\u00df in Mode, vielen Konsumenten allerdings noch ein R\u00e4tsel. Es handelt sich hierbei um Weine, die m\u00f6glichst naturbelassen in die Flasche kommen, also mit m\u00f6glichst geringen Eingriffen im Keller hergestellt werden &#8211; oft in Verbindung mit biologischen oder biodynamischen Anbaumethoden. Die Bandbreite der Ergebnisse ist zwar gro\u00df, allerdings haben die Erfahrungen hier bereits heute einen positiven Einfluss auf die normale Weinproduktion.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Mit&nbsp;<b>Naturweinen<\/b>&nbsp;besinnen sich die Winzer nach der starken Industrialisierung der Weinproduktion der vergangenen Jahrzehnte wieder auf traditionelle Produktionsmethoden im Weinbau. So kommen wieder vermehrt alte, gro\u00dfe Holzf\u00e4sser statt Stahltanks zum Einsatz, um Sauerstoffkontakt zuzulassen, es wird spontan vergoren und auch Wei\u00dfweine d\u00fcrfen gerne etwas l\u00e4nger mit Maische und Hefe in Kontakt bleiben. Auf die heute g\u00e4ngigen technischen Verfahren Entschleimen, Sch\u00f6nen (z.B. mit Eiwei\u00df) und vor allem Filtrieren wird verzichtet und m\u00f6glichst wenig Schwefel eingesetzt.<\/p>\n<p>Naturweine sind dadurch vielschichtiger, haben mehr Struktur und zeigen neben den fruchtigen Prim\u00e4raromen mit sogenannten Sekund\u00e4r- und Terti\u00e4raromen auch Geschmacksdimensionen, die man sonst z.B. von gereiften Weinen kennt. Durch die minimalen Eingriffe im Keller sind sie oft tr\u00fcb und bringen den Charakter von Terroir, Sorte und Jahrgang unverbl\u00fcmt ins Glas. Nach einem ersten Aha-Effekt ob der ungewohnten Aromen (z.B. Tannin im Wei\u00dfwein) sind die Weine nicht selten sehr trinkig.<\/p>\n<p>In der&nbsp;<b>maischevergorenen<\/b>&nbsp;Variante erf\u00e4hrt der Wein nicht nur die inzwischen auch bei herk\u00f6mmlichen Wei\u00dfweinen weit verbreitete Maischestandzeit (6-24h), sondern wird \u00fcber einen Zeitraum von 1-2 Wochen wie ein Rotwein auf den Beerenschalen vergoren. Dadurch wird noch mehr Geschmack und Struktur aus den Beerenschalen herausgeholt, der Ausbau kann dabei sowohl reduktiv (herk\u00f6mmlich) oder oxidativ (Natur- bzw. Orange-Wein) erfolgen.<\/p>\n<p><b>Orange-Weine<\/b>&nbsp;lagern nach der Maischeg\u00e4rung zus\u00e4tzlich noch Monate bis Jahre auf den Beerenschalen. F\u00fcr einen intensiven Sauerstoffkontakt werden dazu neben Holzf\u00e4ssern auch besonders por\u00f6se Beh\u00e4lter wie Betontanks, Amphoren oder Steinf\u00e4sser eingesetzt. Die bereits stark oxidierten Weine werden dann oft gar nicht geschwefelt. So entstehen Essenzen, die aromatisch nur noch entfernt an herk\u00f6mmliche Weine erinnern: sie sind je nach Rebsorte intensiv gelb bis knallorange und zeigen im Wei\u00dfwein eher seltene Aromen wie Mandarinen, Orangenzeste, Hagebutte, Leder oder Jod. Wie Sie sich vorstellen k\u00f6nnen, gibt es dabei teils extreme Vertreter &#8211; aber zunehmend auch Winzer, die durch wachsende Erfahrung und geschickte Dosierung von Sauerstoff- und Maischekontakt immer harmonischere und trinkigere Orange-Weine hervorbringen.<\/p>\n<p>Viele Winzer m\u00f6chten mit diesen Herstellungsmethoden auch mehr Mineralik und Sortentypizit\u00e4t zum Vorschein bringen, allerdings ist es gerade bei Orange-Weinen noch schwieriger als sonst, die Sorte zu erkennen. Muss man ja aber auch nicht unbedingt, wenn der Wein schmeckt! Und trotz der minimalen Eingriffe beeinflusst der Winzer, sein Keller und seine individuelles K\u00f6nnen immer noch ganz ma\u00dfgeblich das sp\u00e4tere Produkt.<\/p>\n<p>F\u00fcr aufgeschlossene Weinfreunde sind Orange- und Naturweine ein genauso spannendes Feld wie f\u00fcr experimentierfreudige Winzer selbst. Aus ihren Versuchen gewinnen die n\u00e4mlich nicht nur oft s\u00fcffige Weine, sondern vor allem interessante Erkenntnisse f\u00fcr ihre normale Weinproduktion. Probieren Sie dazu mal die Weine von <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/oesterreich\/burgenland\/claus_preisinger\">Claus Preisinger<\/a>&nbsp;aus dem Burgenland und <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/deutschland\/baden\/weingut_enderle_moll\">Enderle &amp; Moll<\/a>&nbsp;aus Baden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Orange- und Naturweine sind in Expertenkreisen schon gro\u00df in Mode, vielen Konsumenten allerdings noch ein R\u00e4tsel. 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