{"id":7329,"date":"2022-05-25T20:50:36","date_gmt":"2022-05-25T18:50:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/?p=7329"},"modified":"2022-07-07T17:55:19","modified_gmt":"2022-07-07T15:55:19","slug":"2021-oesterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/jahrgangsbewertungen\/2021-oesterreich\/","title":{"rendered":"Der Jahrgang 2021 in \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft stellte sich der Witterungsverlauf in 2021 in \u00d6sterreich sehr kontr\u00e4r zu dem in Deutschland dar. Die einzige Gemeinsamkeit war der sp\u00e4te Austrieb, der in \u00d6sterreich durch einen sehr kalten und verregneten Mai zustande kam, dort aber immerhin den Sp\u00e4tfrost austrickste und die Wasserreserven im Boden auff\u00fcllte. Mit Juni war der Sommer voll und ganz da, so trocken und hei\u00df, dass er bei der Bl\u00fcte zu leichten Verrieselungen f\u00fchrte. Bei Topwinzern sind die aber sogar willkommen, reduzieren sie doch auf nat\u00fcrliche Weise den Ertrag, was sonst in m\u00fchsamer Handarbeit geschehen m\u00fcsste, um die gew\u00fcnschte Qualit\u00e4t ihrer Weine zu erreichen. Hagelsch\u00e4den im Juli, die in fast allen Regionen einige Weing\u00e4rten verw\u00fcsteten, waren die einzigen Wermutstropfen eines sonst nahezu perfekten Jahrgangs. Denn bevor die anhaltende Hitze und Trockenheit viele Weinberge in Mitleidenschaft ziehen konnte, kam im August der so wichtige Regen und brachte eine wohltuende Abk\u00fchlung mit sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Regen und die k\u00fchleren Temperaturen f\u00fchrten zu perfekten Lese-Bedingungen in allen Regionen, was in Zeiten von Klimawandel und Wetterkapriolen echten Seltenheitswert hat. Die langsam fortschreitende Reife erm\u00f6glichte es den Winzer, jede Sorte und Parzelle zum richtigen Zeitpunkt zu lesen, ohne Kompromisse eingehen zu m\u00fcssen und so das ganze Potenzial der Weing\u00e4rten einzufangen. In Telefonaten mit unseren Winzern im September waren diese geradezu ungl\u00e4ubig, wie perfekt die Trauben im Weingarten hingen. Und bei unserem Besuch der Weinmesse VieVinum 2022, die nahezu alle \u00f6sterreichischen Topwinzer nach Wien zieht, h\u00f6rten wir keine einzige Beschwerde, sondern ausschlie\u00dflich Lob und Freude \u00fcber den Jahrgang 2021. Das ist mindestens ebenso selten &#8211; gerne erinnern wir uns da an den treffenden Scherz eines unserer Lieblingswinzer, nach dem Jammern das allererste Fach auf jeder Weinbauschule ist. Nicht nur die Reife und die Menge sorgten f\u00fcr viel Freude, sondern auch der stabile Ph-Wert und die damit einhergehende, lebendige S\u00e4ure, die auch in den hei\u00dfen und regenarmen Monaten in der Traube erhalten blieb. Es spricht also alles f\u00fcr ein Jahr mit riesigem Potenzial. Aber auch in \u00d6sterreich mussten die Winzer in den Sommermonaten ihr Feingef\u00fchl bei der Weinbergsarbeit beweisen &#8211; im Gegensatz zu den deutschen Kollegen allerdings, um Trocken- und Hitzesch\u00e4den zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich ist die Qualit\u00e4t des 2021er Jahrgangs durch die Bank auf sehr hohem Niveau, sei es bei Gr\u00fcnen Veltlinern und Rieslingen aus Nieder\u00f6sterreich, Sauvignons und Burgundern aus der Steiermark oder quasi allen Sorten aus dem Burgenland. Einen kleinen Makel hat der Jahrgang dann aber doch: das sch\u00f6ne Wetter verf\u00fchrte manche Winzer zu einer besonders sp\u00e4ten Lese mit mancherorts recht ordentlichen Alkoholwerten. Trotzdem freuen wir uns auf saftige und konzentrierte Weine, die Frische und oft auch einen feinen Gerbstoff mitbringen, man sp\u00fcrt Tiefe und Eleganz bei eher zur\u00fcckhaltender Frucht. Ein spannendes Jahr mit vielen gl\u00fccklichen Winzergesichtern!<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/weine-oesterreich__jahrgang-2021\"><strong>Zu den 2021er Weinen aus \u00d6sterreich in unserem Shop!<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft stellte sich der Witterungsverlauf in 2021 in \u00d6sterreich sehr kontr\u00e4r zu dem in Deutschland dar. Die einzige Gemeinsamkeit war der sp\u00e4te Austrieb, der in \u00d6sterreich durch einen sehr kalten und verregneten Mai zustande kam, dort aber immerhin den Sp\u00e4tfrost austrickste und die Wasserreserven im Boden auff\u00fcllte. 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