{"id":5198,"date":"2011-03-13T17:03:26","date_gmt":"2011-03-13T16:03:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/?p=5198"},"modified":"2018-03-13T17:05:11","modified_gmt":"2018-03-13T16:05:11","slug":"oesterreich-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/jahrgangsbewertungen\/oesterreich-2010\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich 2010"},"content":{"rendered":"<p>Das Weinjahr 2010 ist gepr\u00e4gt von schwierigen Wetterbedingungen und daraus resultierenden kleinen Erntemengen. Dennoch d\u00fcrfen wir knusprige Wei\u00dfweine und schlanke Rotweine erwarten.<\/p>\n<p>Der strenge Winter des Jahres 2009 wurde von einem ansprechenden Fr\u00fchlingsbeginn 2010 abgel\u00f6st, dem aber bald nasskalte Perioden folgten. \u00dcberhaupt war das Jahr 2010 von hohen Niederschlagsmengen und relativ wenigen Sonnenstunden gepr\u00e4gt. Je nach Rebsorte und Weinbaugegend fiel auch die Hauptbl\u00fcte der Reben in eine mehr oder minder ung\u00fcnstige Wetterperiode, was sich unmittelbar auf die Ertragskraft ausgewirkt hat. Das oftmalige Verrieseln der Fruchtans\u00e4tze zu diesem Zeitpunkt stellte sich als entscheidender Faktor f\u00fcr einen geringen Traubenbehang oder auch eine geringe Anzahl von Beeren pro Traube heraus und f\u00fchrte letztlich zur geringsten \u00f6sterreichischen Erntemenge seit 25 Jahren. Mit nur 1,737 Mio. hl deckt die Erntemenge 2010 nicht einmal den Inlandskonsum ab. So wurden in den steirischen Weingefilden Ernteeinbu\u00dfen von rund 12% verzeichnet, w\u00e4hrend anderswo mehr als 40% der Durchschnittsmenge den Wetterkapriolen zum Opfer fielen.<\/p>\n<p>Kein Nachteil ohne Vorteil<br \/>\nNach der wechselhaften Bl\u00fcte folgte eine tr\u00fcgerische Hitzephase im Juli, die jedoch von einem k\u00fchlen und regnerischen August und einem ebenfalls nicht als Altweibersommer zu benennenden September abgel\u00f6st wurde. Ab Oktober gab es aber immer wieder ,,trockene Zeitfenster\u201c, in denen zu einem sorgf\u00e4ltig gew\u00e4hlten Lesezeitpunkt das Traubengut in trockenem und vor allem gesundem Reifezustand eingebracht werden konnte. Beg\u00fcnstigt wurde die Unversehrtheit des Lesegutes durch den mehrfach beschriebenen, lockeren Behang der Trauben, der den Botrytisdruck verringerte und die Winzer guten Gewissens einige Zeit mit der Lese zuwarten konnten. Auch die k\u00fchlen Temperaturen, vor allem die n\u00e4chtliche Abk\u00fchlung, haben zum ungew\u00f6hnlichen Ph\u00e4nomen ,,feuchtes Jahr, doch gesunde Trauben\u201c wesentlich beigetragen.<\/p>\n<p>Bevorzugt waren auch Winzer mit starkem Nervenkost\u00fcm, denn Extraktgehalt und Fruchtnuancen nahmen bei sp\u00e4ter Ernte gleichsam Woche f\u00fcr Woche zu und f\u00fchrten zu durchaus zufrieden stellenden Resultaten. Bei mehr als ausreichendem zuckerfreien Extrakt pr\u00e4sentieren sich die Wei\u00dfweine sehr fruchtbetont und von einer rassigen, aber kaum jemals aggressiven S\u00e4ure begleitet. Die Sortenmerkmale treten meist klar hervor und die Botrytis bleibt \u2013 von wenigen Ausnahmef\u00e4llen abgesehen \u2013 im Hintergrund. Grunds\u00e4tzlich kommt ein derartiges Wei\u00dfweinjahr einem frischen und schlanken Weintyp entgegen, so dass vielfach wieder von einem ,,\u00f6sterreichischen\u201c Jahrgang die Rede ist. Bei entsprechender Geduld konnten jedoch auch durchaus kraftvolle Gew\u00e4chse mit \u00fcber 13% Alkoholgehalt, sattem Volumen und geb\u00fcndelter Struktur geerntet werden.<br \/>\nKnusprige Wei\u00dfe, schlanke Rote<\/p>\n<p>Kennzeichnend f\u00fcr die Wei\u00dfweine, etwa aus unserer Paraderebsorte Gr\u00fcner Veltliner, ist somit ein angenehm animierendes Frucht-S\u00e4ure-Spiel, erg\u00e4nzt durch markanten Sortencharakter. Etwas verhaltener pr\u00e4sentieren sich vorerst naturgem\u00e4\u00df die Rieslinge, die aber ebenfalls durch hohe Rasse und zum Teil kristallklare Fruchtaromen punkten und damit beispielsweise Jahrg\u00e4nge wie 2004 und 2008 \u00fcberfl\u00fcgeln k\u00f6nnten. Auch bei den Burgundersorten gab es zum Teil erhebliche Mengeneinbu\u00dfen, aber da und dort sehr ausgewogene und runde Qualit\u00e4ten aus Wei\u00dfburgunder wie aus Chardonnay, denen eigentlich keine Sortenattribute abgehen. \u00c4hnliches l\u00e4sst sich f\u00fcr die sehr pointierten, aber keineswegs zu grasigen Sauvignons und Muskateller behaupten, die speziell in der Steiermark, die von g\u00fcnstigeren Witterungsbedingungen profitierte, gelungen sind. Auch die burgenl\u00e4ndischen Wei\u00dfweintypen zeigen die Eigenheiten des Jahrgangs auf und werden durch die etwas kr\u00e4ftigere S\u00e4urestruktur sogar f\u00fcr den einen oder anderen Gaumen erfrischender als sonst erscheinen.<\/p>\n<p>Schwieriger gestaltete sich die Situation auf dem roten Sektor, f\u00fcr den letzten Endes der Zweigelt aufgrund einer durchaus befriedigenden Zuckerreife und eines rotbeerigen, fruchtbetonten Charakters die besten Ergebnisse brachte. Auch Pinot Noir sowie St. Laurent, der aber stark unter dem Mengenverlust litt, sind in ihren Hochburgen bei guter Reife ansprechend gelungen. Schwieriger waren die Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr sp\u00e4t reifende Rebsorten, wie etwa dem Blaufr\u00e4nkisch, f\u00fcr den eine strenge Selektion quasi verpflichtend war, um auf entsprechende Gradationen zu kommen, oder f\u00fcr die franz\u00f6sischen Rebsorten Cabernet Sauvignon und Syrah, w\u00e4hrend der Merlot in einigen F\u00e4llen doch etwas besser re\u00fcssiert hat. Ob aus diesem Jahrgang unsere Rotweinspezialisten jeweils alle bekannten Kategorien erzeugen oder sich auf einige ihrer wichtigsten Marken- oder Lagenweine konzentrieren werden, h\u00e4ngt wohl von ihrer ,,Philosophie\u201c ab und wird die Zukunft weisen. Gegenw\u00e4rtig reifen ja noch die hervorragenden 2009er Roten in den F\u00e4ssern, die durch die Bank Gro\u00dfes erwarten lassen.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/oesterreich?jahrgang=2010\">Weine aus dem Jahrgang 2010 in unserem Shop<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Weinjahr 2010 ist gepr\u00e4gt von schwierigen Wetterbedingungen und daraus resultierenden kleinen Erntemengen. Dennoch d\u00fcrfen wir knusprige Wei\u00dfweine und schlanke Rotweine erwarten. Der strenge Winter des Jahres 2009 wurde von einem ansprechenden Fr\u00fchlingsbeginn 2010 abgel\u00f6st, dem aber bald nasskalte Perioden folgten. \u00dcberhaupt war das Jahr 2010 von hohen Niederschlagsmengen und relativ wenigen Sonnenstunden gepr\u00e4gt. 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