{"id":5196,"date":"2010-03-13T17:01:29","date_gmt":"2010-03-13T16:01:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/?p=5196"},"modified":"2018-03-13T17:03:02","modified_gmt":"2018-03-13T16:03:02","slug":"oesterreich-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/jahrgangsbewertungen\/oesterreich-2009\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich 2009"},"content":{"rendered":"<p>Statistisch betrachtet war der Winter eher durchschnittlich. Doch einige echte ,,W\u00e4rmeperioden\u201c wurden von eisigen, kalten Phasen abrupt abgel\u00f6st. An Feuchtigkeit mangelte es jedenfalls nicht. Und auch das Fr\u00fchjahr hatte es diesbez\u00fcglich in sich. Es war der feuchteste M\u00e4rz seit es meteorologische Aufzeichnungen gibt. Soviel Regen verlangte dann im April das andere Extrem. Trocken und warm verlief der sonst meist launenhafte Fr\u00fchlingsbote. Da war es nur umso verst\u00e4ndlicher, dass sich der sogenannte ,,Wonnemonat\u201c Mai gar nicht an seine Bezeichnung hielt. Viel zu k\u00fchl und niederschlagsreich lie\u00df er die ganzen Launen der Natur versp\u00fcren. Hagel verursachte erstmals in einigen Gebieten einen ungewollten Ausd\u00fcnnungs-Effekt.<\/p>\n<p><strong>Fr\u00fche Bl\u00fcte \u2013 fr\u00fche Lese<\/strong><\/p>\n<p>100 Tage von der Bl\u00fcte bis zur Lese, so lautet eine alte Bauernregel. Nachdem in manchen Gebieten die Bl\u00fcte schon Ende Mai einsetzte, konnte man bereits zu diesem Zeitpunkt auf eine fr\u00fche Lese hoffen. Doch in einigen Regionen wurde die Bl\u00fctephase durch k\u00fchle Witterung hinausgez\u00f6gert und die Beeren konnten nur unzul\u00e4nglich befruchtet werden, was zu Verrieselungssch\u00e4den f\u00fchrte.<\/p>\n<p><strong>Sommer der Extreme<\/strong><\/p>\n<p>,,Soll gedeihen Korn und Wein, muss im Juni Regen sein.\u201c<br \/>\nIm Osten des Landes fiel in 48 Stunden mehr Regen, als sonst im ganzen Monat, und in der Steiermark w\u00fcteten Hagelunwetter. Der Juni schaffte es, in Bezug auf Niederschl\u00e4ge und Wetterkapriolen nochmals eine Steigerung zu pr\u00e4sentieren. \u00dcberflutungen und Hangrutschen waren die Folge von Rekordniederschl\u00e4gen.<\/p>\n<p>Der Rebstock ben\u00f6tigt zwar eine gewisse Feuchtigkeit in der Vegetationsperiode. 2009 waren die Witterungsverh\u00e4ltnisse aber zu extrem. Auch der Juli schwankte zwischen (kurzen) Hitzeperioden und Katastrophenalarm. Vor allem das ,,Weltuntergangs-Unwetter\u201c am 23. Juli in Wien wird vielen lange in Erinnerung bleiben. In ganz \u00d6sterreich mussten die Feuerwehren noch nie so oft ausr\u00fccken, wie in diesem Sommer, noch nie hatte die Hagelversicherung so viele Sch\u00e4den zu verzeichnen, wie im Jahr 2009. Der Sommer der Extreme \u2013 mit Unwettern, \u00dcberflutungen und Vermurungen, Blitzeinschlagsrekorden und dr\u00fcckend hei\u00dfem Tropenwetter kannte kein Mittelma\u00df. ,,Viel zu nass und deutlich zu warm\u201c, vermerkten die Meteorologen trocken.<\/p>\n<p><strong>Herbstliche Vers\u00f6hnung mit Reife, Frucht und Aromatik<\/strong><\/p>\n<p>Als wollte die Natur nach all den Unbillen des Vegetationsjahres wieder etwas gutmachen, zeigte sich die Witterung im September, ja bis Anfang Oktober, gro\u00dfteils von ihrer sch\u00f6nsten Seite. Der ,,Altweibersommer\u201c lie\u00df den Saft in den Beeren auf nat\u00fcrliche Weise konzentrieren und die Zuckereinlagerung war enorm. Dort, wo doch regnerisches Intermezzo zu verzeichnen war, mussten die F\u00e4ulnisnester bei der Lese penibel aussortiert werden.<br \/>\nHei\u00dfe Tage und k\u00fchle N\u00e4chte schafften es, dass bei \u00d6sterreichs Paradesorten die charakteristischen Aromen in den Beeren bewahrt wurden. Mit hei\u00dfen, sp\u00e4tsommerlichen Temperaturen bis 28 \u00b0C begann der Wettlauf mit der Witterung, denn wer bis zum 8. Oktober seine Lese nicht abgeschlossen hatte, musste mit einem fr\u00fchen Wintereinbruch, Schnee, Regen und Sturm k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p><strong>Spitzenprodukte in wei\u00df, rot und s\u00fc\u00df<\/strong><\/p>\n<p>Die Wei\u00dfweine des Jahrgangs 2009 zeigen eine perfekte Kombination von Reife, Fruchtf\u00fclle und Komplexit\u00e4t, bei optimaler Struktur. Selektion bei den roten Sorten sind wir ja gewohnt, und diese Auslesearbeit im Weingarten und im Presshaus geh\u00f6rt ganz einfach dazu, um Spitzenqualit\u00e4ten zu erzielen. Dennoch war es im Vergleich zum Jahrgang 2008 bei weiten nicht so aufw\u00e4ndig. Zus\u00e4tzlich erm\u00f6glichte es der Bilderbuchherbst, konzentrierte Farbe und Frucht mit Extrakts\u00fc\u00dfe, Tannin und Dichte zu vereinen.<br \/>\nAber auch die S\u00fc\u00dfweinspezialisten kamen heuer nicht zu kurz: der eine oder andere Regen zum richtigen Zeitpunkt lie\u00df auch die Botrytis (Edelf\u00e4ule) sprie\u00dfen, und die w\u00e4rmeren Temperaturen in der zweiten Oktoberh\u00e4lfte brachten zur Qualit\u00e4t auch Quantit\u00e4t. Von der Sp\u00e4tlese bis zur Trockenbeerenauslese erf\u00fcllte sich jeder Pr\u00e4dikatsweinwunsch. Und auch die Eisweinwinzer wurden noch vor Weihnachten \u2013 nicht nur im Mekka Gro\u00dfriedenthal \u2013 mit einer intensiven Frostperiode begl\u00fcckt. Keine ganz gro\u00dfen Mengen, aber wirklich gro\u00dfe Qualit\u00e4ten konnten eingebracht werden.<\/p>\n<p><strong>Klein, aber fein<\/strong><\/p>\n<p>Mit 235 Millionen Liter liegt die Erntemenge allerdings doch unter dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt, vers\u00f6hnt uns aber daf\u00fcr mit besten Qualit\u00e4ten. Weine mit Struktur und Charakter, Reife und Pikanz rechtfertigen wahrlich die Aufnahme in die Reihe der legend\u00e4ren 9er Jahrg\u00e4nge.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/oesterreich?jahrgang=2009\">Weine aus dem Jahrgang 2009 in unserem Shop<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statistisch betrachtet war der Winter eher durchschnittlich. Doch einige echte ,,W\u00e4rmeperioden\u201c wurden von eisigen, kalten Phasen abrupt abgel\u00f6st. An Feuchtigkeit mangelte es jedenfalls nicht. Und auch das Fr\u00fchjahr hatte es diesbez\u00fcglich in sich. 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