{"id":3915,"date":"2012-01-22T17:33:53","date_gmt":"2012-01-22T16:33:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/?post_type=encyclopedia&#038;p=3915"},"modified":"2018-03-09T12:26:08","modified_gmt":"2018-03-09T11:26:08","slug":"uhudler","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/uhudler\/","title":{"rendered":"Uhudler"},"content":{"rendered":"<p>Die Geburtstunde dieser typisch &ouml;sterreichischen Rarit&auml;t schlug Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde eigentlich durch die <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/reblaus\/\" target=\"_self\" title=\"Lat.: Phylloxera, mit der Blattlaus verwandter Sch&auml;dling. Im 19. Jahrhundert f&uuml;hrte der Rebsch&auml;dling im europ&auml;ischen Weinbau zu dramatischen Verw&uuml;stungen, der Reblauskatastrophe. Die aus Nordamerika stammende Reblaus wurde Mitte des 19.&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Reblaus<\/a> verursacht. Als Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/amerikaner-reben\/\" target=\"_self\" title=\"Generelle Bezeichnung f&uuml;r alle Reben aus Nord-Amerika, bestimmte amerikanische Sorten sind an den Wurzeln resistent gegen die Reblaus und teilweise auch gegen Mehltau. Dies wurde in Europa w&auml;hrend der Reblaus-&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Amerikaner-Reben<\/a> eingef&uuml;hrt und teilweise mit Europ&auml;er-Reben gekreuzt wurden, blieben trotz der dann weit angewendeten <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/veredelung\/\" target=\"_self\" title=\"Im Weinbau versteht darunter eine vegetative Vermehrung eines Rebstocks, wobei ein etwa drei Zentimeter langes Edelreisig mit einer etwa 20 Zentimeter langen reblauswiderstandsf&auml;higen amerikanischen Unterlagsrebe verbunden wird. Meisten wird hierzu&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Veredelung<\/a> von Rebst&ouml;cken Best&auml;nde mit wurzelechten Amerikaner-Reben (sogenannte <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/direkttraeger\/\" target=\"_self\" title=\"Bezeichnung f&uuml;r eine wurzelechte Rebsorte, bei der keine Veredelung erfolgte. Sehr viele Amerikaner-Reben oder Hybriden sind h&auml;ufig Direkttr&auml;ger, da sie resistent gegen die Reblaus sind und damit keine Pfropfung notwendig&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Direkttr&auml;ger<\/a>) stehen. Im Jahre 1929 wurde eine Kennzeichnungspflicht f&uuml;r solche Weine eingef&uuml;hrt und 1936 ein Auspflanzungsverbot erlassen. Im Jahre 1937 erfolgte auch ein <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/verschnitt\/\" target=\"_self\" title=\"Viele Weine werden verschnitten, sei es aus mehreren Traubensorten, Jahrg&auml;ngen, Lagen oder dem Inhalt verschiedener F&auml;sser, siehe auch Assemblage und Cuv&eacute;es.\" class=\"encyclopedia\">Verschnitt<\/a>-Verbot. Nach dem Krieg lief die 1937 erlassene Frist f&uuml;r die Rodung von 75% der Direkttr&auml;ger-Rebfl&auml;chen ab. Im Jahre 1961 gab es sogar ein Ausschank- und Verkaufverbot f&uuml;r den Uhudler, er durfte nur f&uuml;r den Eigenbedarf als <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/haustrunk\/\" target=\"_self\" title=\"Quasi ein Wein, der durch ein nochmaliges Abpressen des mit Wasser eingeweichten Tresters erzeugt wird und nicht im Verkauf kommt, da er den Qualit&auml;ts-Anspr&uuml;chen nicht entspricht. Bleibt dem Winzer, seiner&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Haustrunk<\/a> produziert werden. Und schlie&szlig;lich wurde im Jahre 1985 der Uhudler zum &bdquo;Nichtwein&ldquo; erkl&auml;rt. Dies alles trug zum (ungerechtfertigten) schlechten Ruf bei. Denn dass er auf Grund angeblich hohen Gehaltes an Methylalkohol und Fusel&ouml;len &bdquo;bl&ouml;d und blind&ldquo; mache und eine &bdquo;Rabiatperle&ldquo; oder ein &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/heckenklescher\/\" target=\"_self\" title=\"Volkst&uuml;mlicher Ausdruck f&uuml;r Weine, die den Gast umhauen (Hecke=Strauch, kleschen=hineinfallen). Vor allem die Sorte Blauer Wildbacher (Schilcher aus der West-Steiermark) und der Uhudler f&uuml;hrt diese (abwertende) Bezeichnung.\" class=\"encyclopedia\">Heckenklescher<\/a>&ldquo; sei, ist l&auml;ngst wissenschaftlich widerlegt. Eigentlich ist er ein Bio-Produkt schlechthin, denn durch die Resistenz der Sorten gegen Reblaus und Krankheiten ist kein <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/spritzen\/\" target=\"_self\" title=\"Das Ausbringen von Agrochemikalien zur Bek&auml;mpfung von Sch&auml;dlingen, Krankheiten und Unkr&auml;utern ist im Weinbau - bis heute - unerl&auml;&szlig;lich. &Auml;ltestes Mittel ist die so genannte Bordeaux-Br&uuml;he.\" class=\"encyclopedia\">Spritzen<\/a> oder D&uuml;ngen erforderlich. Der Wein hat (je nach verwendeter Sorte) den mehr oder weniger ausgepr&auml;gten, typischen Beerengeschmack oder <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/fox-ton\/\" target=\"_self\" title=\"Auch: fuchsig, eigenartiger Geruch bei Weinen von Direkttr&auml;gern (Hybriden, Uhudler), der eher an feuchte Tierfelle als an eine Frucht erinnert.\" class=\"encyclopedia\">Fox-Ton<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geburtstunde dieser typisch \u00f6sterreichischen Rarit\u00e4t schlug Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde eigentlich durch die Reblaus verursacht. Als Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa Amerikaner-Reben eingef\u00fchrt und teilweise mit Europ\u00e4er-Reben gekreuzt wurden, blieben trotz der dann weit angewendeten Veredelung von Rebst\u00f6cken Best\u00e4nde mit wurzelechten Amerikaner-Reben (sogenannte Direkttr\u00e4ger) stehen. 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