{"id":3166,"date":"2012-01-16T18:59:31","date_gmt":"2012-01-16T17:59:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/?post_type=encyclopedia&#038;p=3166"},"modified":"2018-03-09T12:27:52","modified_gmt":"2018-03-09T11:27:52","slug":"bodentyp","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/bodentyp\/","title":{"rendered":"Bodentyp"},"content":{"rendered":"<p>Die verschiedenen Bodentypen haben sich im Laufe von Jahrmillionen durch Verwitterung von Gesteinen, Mineralien und organischen Stoffen gebildet. Durch physikalische Einfl&uuml;sse (Wind, Wasser, Temperatur) und chemische Prozesse (<a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/oxidation\/\" target=\"_self\" title=\"Bezeichnung f&uuml;r die Reaktion bzw. Verbindung von Sauerstoff mit anderen Stoffen. Bei der Weinbereitung ist dies ein sehr wichtiger Vorgang, der nur in kontrollierter Form zugelassen wird. Bei unkontrollierter Form&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Oxidation<\/a>, Auslaugung von Salz und Kalk) wurden dabei die Ausgangs-Materialien abgebaut bzw. zerkleinert. Die Wichtigsten:<\/p>\n<p>Braunerde: Diese B&ouml;den entwickeln sich vor allem aus kalkarmen, aber silikatreichen Gesteinen, zum Besipiel Granit, Grauwacke, Tonschiefer, tonreichen Sanden und Sandstein. Die Bildung erfolgte zumeist bei st&auml;rkeren Niederschl&auml;gen unter Laub- und Mischw&auml;ldern. Die Braunf&auml;rbung entsteht durch Eisenoxyde, die bei der Verwitterung eisenhaltiger Silikate gebildet werden.<br>\nFeuerstein: Das grau- bis schwarzfarbige Gestein (auch Flint) der feinkristallinen Quarzart Chalzedon mit splittrig-muscheligem Bruch hat eine wei&szlig;e, por&ouml;se Oberfl&auml;chen-Struktur. Es entstammt kiesels&auml;ureh&auml;ltigen Meeres-Lebewesen. Ergibt typische Weine mit einem <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/geschmack\/\" target=\"_self\" title=\"Unter dem Geschmackssinn versteht man die chemischen Sinnesreize am Gaumen. Die Rezeptoren f&uuml;r die Geschmacksqualit&auml;ten sind beim Menschen auf den so genannten Geschmackspapillen angesiedelt, welche ann&auml;hernd gleichm&auml;&szlig;ig &uuml;ber die Oberseite&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Geschmack<\/a> nach Feuerstein.<br>\n<a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/gneis\/\" target=\"_self\" title=\"\" class=\"encyclopedia\">Gneis<\/a>: Mittel- bis grobk&ouml;rnige Metamorphite (Gesteine, die durch Umwandlung aus anderen Gesteinen entstanden sind) bzw. kristalline Schiefer. Der Name leitet sich vom altdeutschen Wort &bdquo;Geneus&ldquo; ab. Hauptanteile sind Feldspat, Quarz und Glimmer. Es wird unterschieden in Ortho-Gneis aus umgewandeltem Erstarrungs-Gestein (Magma) und Para-Gneis aus umgewandeltem Sediment-Gestein. Siehe auch <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/gfoehler-gneis\/\" target=\"_self\" title=\"wesentliche Gesteinsformation in der Wachau. Kristallines Gesteine granit'schen Ursprung (90% Feldspat und Quarz). Vor etwa 491 Millionen Jahren aufgeschmolzen, umkristallisiert geschiefert und in Falten gelegt. Dieser Orthogneis bildet schroffe Felsw&auml;nde&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Gf&ouml;hler Gneis<\/a>.<br>\nKalk: Sammelbezeichnung f&uuml;r verschiedene und vielf&auml;ltige Verbindungen des Kalziums. Der gegen&uuml;ber Kreide sehr harte Kalkstein ist als hellgraues oder gelbliches, selten wei&szlig;es Mineral weit verbreitet und wird im allgemeinen Sprachgebrauch h&auml;ufig als Kalk benannt. Kalkstein entsteht im Meer durch Ablagerung von Kalkschalen und Skeletten kleiner Meerestiere wie Korallen, Muscheln oder Schnecken. Eine weiche Form des Kalksteins ist die Kreide, ein umkistallisierter Kalkstein ist Marmor. In kalkreichen B&ouml;den ist ein Mangel an Eisen recht h&auml;ufig. Im europ&auml;ischen Weingarten-Boden kommt Kalkstein &ndash; besonders in <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/hanglagen\/\" target=\"_self\" title=\"Bacchus amat colles (Bacchus liebt die H&uuml;gel) hie&szlig; es schon im alten Rom. Daran - auch nicht in &Ouml;sterreich - hat sich bis heute nichts ge&auml;ndert.\" class=\"encyclopedia\">Hanglagen<\/a> &ndash; h&auml;ufig vor. Vor allem in k&uuml;hlen Gegenden ist er im Weinbau als Bodentyp gesch&auml;tzt. Kalkstein enth&auml;lt die zwei basischen Stoffe Kalzium und Magnesium und erbringt Weine mit guter <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/saeure\/\" target=\"_self\" title=\"Summe der fl&uuml;chtigen S&auml;uren und der nichtfl&uuml;chtigen S&auml;uren im Wein, die mit der Sammelbezeichnung Weins&auml;ure - obwohl es sich um mehrere S&auml;urearten handelt - in g\/l ausgewiesen wird. Die Menge&hellip;\" class=\"encyclopedia\">S&auml;ure<\/a> die besonders den weissen Burgundersorten gut tun.<br>\n<a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/lehm\/\" target=\"_self\" title=\"\" class=\"encyclopedia\">Lehm<\/a>: Sandhaltiger, kalkfreier Ton in verschiedenster Auspr&auml;gung, der durch Eisen-Verbindungen gelbbraun gef&auml;rbt ist. Er entsteht durch Verwitterung von Granit und Gneis, Entkalkung von <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/loess\/\" target=\"_self\" title=\"Die meisten B&ouml;den entstehen durch Verwitterung aus dem Muttergestein. Beim L&ouml;&szlig; ist das nicht der Fall. Nach der letzten Eiszeit (vor ca. 12.000 Jahre) und dem Abschmelzen der Gletscher konnte&hellip;\" class=\"encyclopedia\">L&ouml;ss<\/a> und durch Gletscher-Ablagerungen. Diese Verwitterungs-Produkte wurden von Wasser, Wind und Eis oft weit transportiert. Je nach endg&uuml;ltiger Lagerst&auml;tte gibt es eine sehr unterschiedliche Zusammensetzung; die einzelnen Arten werden als Berglehm, Geschiebelehm, Schwemmlehm, L&ouml;&szlig;lehm, Schlicklehm und Auelehm bezeichnet. Solche B&ouml;den ergeben vollmundige, kr&auml;ftige Weine.<br>\nL&ouml;ss: Im <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/trocken\/\" target=\"_self\" title=\"Heute g&auml;ngiger Ausbaustil bei Weiss- und Rotweinen, EU-weit mit bis max. 9 g\/l Restzucker definiert. Im &ouml;sterreichischen Weingesetz war eine Grenze von 4 g\/l definiert, die heute noch von vielen&hellip;\" class=\"encyclopedia\">trocken<\/a>-kalten <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/klima\/\" target=\"_self\" title=\"Der langfristigen Witterungsverlauf, beeinflu&szlig;t durch Sonnen-Einstrahlung, Niederschlag, Temperatur, Feuchtigkeit und Wind und deren Zusammenspiel. Ein entscheidender Einflu&szlig;faktor f&uuml;r die Qualit&auml;t eines Weines. Am besten gedeihen die Rebst&ouml;cke in warmen, gem&auml;&szlig;igten&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Klima<\/a> der Eiszeit durch Gletscher-Einwirkung (hoher Druck) pulverisiertes Gestein mit Quarz-, Kalk-, Glimmer- und Lehm-Partikeln mit einer Korngr&ouml;&szlig;e unter 0,05 Millimeter. Die Ablagerungen an bestimmten Stellen entstanden durch Windanwehungen. Schon durch einen geringen Eisengehalt ist es oft gelblich gef&auml;rbt. Bei eintretendem Wasser wird der Kalk weggef&uuml;hrt und es entsteht Lehm. Dieser n&auml;hrstoffreiche Bodentyp ergibt vollmundige, lagerf&auml;hige, aber eher s&auml;urearme Weine. Dieser Bodentyp ist zum Beispiel in <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/deutschland-region\/\" target=\"_self\" title=\"Die deutsche Rebfl&auml;chenstatistik weist rund 140 Rebsorten aus, davon sind etwa 35 Sorten f&uuml;r die Rotweinbereitung und &uuml;ber 100 f&uuml;r die Weissweinbereitung geeignet. Marktbedeutung besitzen allerdings nur etwa zwei Dutzend&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Deutschland<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/oesterreich-region\/\" target=\"_self\" title=\"Republik &Ouml;sterreich - Hauptstadt: Wien - Fl&auml;che: 83.858 km&sup2; - Einwohner: 8,2 Mio. &Ouml;sterreich ist in erster Linie ein Gebirgsland. Der gr&ouml;&szlig;te Teil des Landes entf&auml;llt auf die Ostalpen. Fl&uuml;sse&hellip;\" class=\"encyclopedia\">&Ouml;sterreich<\/a> recht h&auml;ufig.<br>\n<a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/mergel\/\" target=\"_self\" title=\"Graues oder gelbliches Sediment-Gestein, das aus Kalk, Ton und Sand besteht und fruchtbare, schwere B&ouml;den mit hohem pH-Wert ergibt. Diese B&ouml;den erbringen Weine mit guter S&auml;ure.\" class=\"encyclopedia\">Mergel<\/a>: Graues oder gelbliches Sediment-Gestein, das aus Kalk, Ton und Sand besteht und fruchtbare, schwere B&ouml;den mit hohem pH-Wert ergibt. Diese B&ouml;den erbringen Weine mit guter S&auml;ure.<br>\nSchiefer: Sammelbezeichnung f&uuml;r sehr hartes Sediment-Gestein, das durch hohen Druck aus Ton und Schlamm in der Tiefsee entstanden ist und aus d&uuml;nnen, ungef&auml;hr ebenen Platten geformt bzw. gebrochen ist. Es besitzt ein ausgezeichnetes W&auml;rmespeicherungs-Verm&ouml;gen und ist dadurch auch in k&auml;lteren Bereichen f&uuml;r den Weinbau optimal.<br>\nTon: Erdige, weiche und leicht verformbare Masse, die aus flachen pl&auml;ttchenf&ouml;rmigen Tonmineralien (mikroskopisch kleinste Kristallbl&auml;ttchen, deren elektrostatische Aufladung die Klebekraft des Materials ausmacht) besteht. Diese Tonmaterialien entstehen z. B. beim Verwittern von Feldspat des Granits. Gleichzeitig werden dann die zwei anderen Bestandteile (Quarz und Glimmer), frei und vermischen sich mit den Tonmineralien. Je mehr Sand als F&uuml;llmaterial im Ton enthalten ist, desto &bdquo;magerer&ldquo; nennt man ihn, &bdquo;fetter&ldquo; Ton besteht etwa zu zwei Dritteln aus Tonmineralien. Bei 50% Tonanteil spricht man von lehmigem Ton; toniger Lehm enth&auml;lt nur noch ein Drittel, Lehm rund 20% und sandiger Lehm 10% Tonmineralien. Die B&ouml;den haben eine hohe F&auml;higkeit, Wasser zu speichern und weisen recht h&auml;ufig einen hohen Gehalt an Kalium auf. Sie ergeben vollmundige, kr&auml;ftige Weine.<br>\n<a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/urgestein\/\" target=\"_self\" title=\"besonders in der Wachau verbreitet - verwitterte Urgesteinsb&ouml;den auf den Steinterrassen,\" class=\"encyclopedia\">Urgestein<\/a>: Bezeichnung f&uuml;r Erstarrungs-Gesteine, die durch Erkalten eines gl&uuml;hend-fl&uuml;ssigen Gesteinsbreis entstanden sind. Erfolgte die Erstarrung innerhalb der Erdkruste, nennt man sie Tiefen-Gestein (z. B. Diorit, Granit, Peridotit), wenn an der Oberfl&auml;che, dann Erguss-Gestein (z. B. Basalt, Dolerit, Porphyr). Es zeichnet sich oft durch Kalireichtum aus und ergibt fruchtige und w&uuml;rzige Weine. In &Ouml;sterreich ist dies beim <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/veltliner\/\" target=\"_self\" title=\"Kurzform f&uuml;r Gr&uuml;ner Veltliner\" class=\"encyclopedia\">Veltliner<\/a> und beim <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/riesling\/\" target=\"_self\" title='Als \"K&ouml;nig der wei&szlig;en Rebsorten\" gilt der aromatische Riesling alias Rheinriesling sicher nicht nur aufgrund seiner einzigartigen Aromatik von reifen Pfirsichen, Bl&uuml;ten und Johannisbeeren, sondern auch deshalb, weil diese Sorte&hellip;' class=\"encyclopedia\">Riesling<\/a> eine gerne gebrauchte Angabe auf dem <a href=\"https:\/\/www.weinfurore.de\/blog\/weinglossar\/etikett\/\" target=\"_self\" title=\"Der amtliche Ausweis eines Weines mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben befinden sich auf dem Hauptetikett, einem zus&auml;tzlichen Halsetikett, oder neumodern auf dem R&uuml;cketikett. Die obligatorischen Angaben sind: Qualit&auml;t - Tafel-,&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Etikett<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die verschiedenen Bodentypen haben sich im Laufe von Jahrmillionen durch Verwitterung von Gesteinen, Mineralien und organischen Stoffen gebildet. Durch physikalische Einfl\u00fcsse (Wind, Wasser, Temperatur) und chemische Prozesse (Oxidation, Auslaugung von Salz und Kalk) wurden dabei die Ausgangs-Materialien abgebaut bzw. zerkleinert. 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