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Weinglossar: Bodentyp

Die verschiedenen Bodentypen haben sich im Laufe von Jahrmillionen durch Verwitterung von Gesteinen, Mineralien und organischen Stoffen gebildet. Durch physikalische Einflüsse (Wind, Wasser, Temperatur) und chemische Prozesse (Oxidation, Auslaugung von Salz und Kalk) wurden dabei die Ausgangs-Materialien abgebaut bzw. zerkleinert. Die Wichtigsten:

  • Braunerde: Diese Böden entwickeln sich vor allem aus kalkarmen, aber silikatreichen Gesteinen, zum Besipiel Granit, Grauwacke, Tonschiefer, tonreichen Sanden und Sandstein. Die Bildung erfolgte zumeist bei stärkeren Niederschlägen unter Laub- und Mischwäldern. Die Braunfärbung entsteht durch Eisenoxyde, die bei der Verwitterung eisenhaltiger Silikate gebildet werden.
  • Feuerstein: Das grau- bis schwarzfarbige Gestein (auch Flint) der feinkristallinen Quarzart Chalzedon mit splittrig-muscheligem Bruch hat eine weiße, poröse Oberflächen-Struktur. Es entstammt kieselsäurehältigen Meeres-Lebewesen. Ergibt typische Weine mit einem Geschmack nach Feuerstein.
  • Gneis: Mittel- bis grobkörnige Metamorphite (Gesteine, die durch Umwandlung aus anderen Gesteinen entstanden sind) bzw. kristalline Schiefer. Der Name leitet sich vom altdeutschen Wort "Geneus" ab. Hauptanteile sind Feldspat, Quarz und Glimmer. Es wird unterschieden in Ortho-Gneis aus umgewandeltem Erstarrungs-Gestein (Magma) und Para-Gneis aus umgewandeltem Sediment-Gestein. Siehe auch Gföhler Gneis.
  • Kalk: Sammelbezeichnung für verschiedene und vielfältige Verbindungen des Kalziums. Der gegenüber Kreide sehr harte Kalkstein ist als hellgraues oder gelbliches, selten weißes Mineral weit verbreitet und wird im allgemeinen Sprachgebrauch häufig als Kalk benannt. Kalkstein entsteht im Meer durch Ablagerung von Kalkschalen und Skeletten kleiner Meerestiere wie Korallen, Muscheln oder Schnecken. Eine weiche Form des Kalksteins ist die Kreide, ein umkistallisierter Kalkstein ist Marmor. In kalkreichen Böden ist ein Mangel an Eisen recht häufig. Im europäischen Weingarten-Boden kommt Kalkstein - besonders in Hanglagen - häufig vor. Vor allem in kühlen Gegenden ist er im Weinbau als Bodentyp geschätzt. Kalkstein enthält die zwei basischen Stoffe Kalzium und Magnesium und erbringt Weine mit guter Säure die besonders den weissen Burgundersorten gut tun.
  • Lehm: Sandhaltiger, kalkfreier Ton in verschiedenster Ausprägung, der durch Eisen-Verbindungen gelbbraun gefärbt ist. Er entsteht durch Verwitterung von Granit und Gneis, Entkalkung von Löss und durch Gletscher-Ablagerungen. Diese Verwitterungs-Produkte wurden von Wasser, Wind und Eis oft weit transportiert. Je nach endgültiger Lagerstätte gibt es eine sehr unterschiedliche Zusammensetzung; die einzelnen Arten werden als Berglehm, Geschiebelehm, Schwemmlehm, Lößlehm, Schlicklehm und Auelehm bezeichnet. Solche Böden ergeben vollmundige, kräftige Weine.
  • Löss: Im trocken-kalten Klima der Eiszeit durch Gletscher-Einwirkung (hoher Druck) pulverisiertes Gestein mit Quarz-, Kalk-, Glimmer- und Lehm-Partikeln mit einer Korngröße unter 0,05 Millimeter. Die Ablagerungen an bestimmten Stellen entstanden durch Windanwehungen. Schon durch einen geringen Eisengehalt ist es oft gelblich gefärbt. Bei eintretendem Wasser wird der Kalk weggeführt und es entsteht Lehm. Dieser nährstoffreiche Bodentyp ergibt vollmundige, lagerfähige, aber eher säurearme Weine. Dieser Bodentyp ist zum Beispiel in Deutschland und Österreich recht häufig.
  • Mergel: Graues oder gelbliches Sediment-Gestein, das aus Kalk, Ton und Sand besteht und fruchtbare, schwere Böden mit hohem pH-Wert ergibt. Diese Böden erbringen Weine mit guter Säure.
  • Schiefer: Sammelbezeichnung für sehr hartes Sediment-Gestein, das durch hohen Druck aus Ton und Schlamm in der Tiefsee entstanden ist und aus dünnen, ungefähr ebenen Platten geformt bzw. gebrochen ist. Es besitzt ein ausgezeichnetes Wärmespeicherungs-Vermögen und ist dadurch auch in kälteren Bereichen für den Weinbau optimal.
  • Ton: Erdige, weiche und leicht verformbare Masse, die aus flachen plättchenförmigen Tonmineralien (mikroskopisch kleinste Kristallblättchen, deren elektrostatische Aufladung die Klebekraft des Materials ausmacht) besteht. Diese Tonmaterialien entstehen z. B. beim Verwittern von Feldspat des Granits. Gleichzeitig werden dann die zwei anderen Bestandteile (Quarz und Glimmer), frei und vermischen sich mit den Tonmineralien. Je mehr Sand als Füllmaterial im Ton enthalten ist, desto "magerer" nennt man ihn, "fetter" Ton besteht etwa zu zwei Dritteln aus Tonmineralien. Bei 50% Tonanteil spricht man von lehmigem Ton; toniger Lehm enthält nur noch ein Drittel, Lehm rund 20% und sandiger Lehm 10% Tonmineralien. Die Böden haben eine hohe Fähigkeit, Wasser zu speichern und weisen recht häufig einen hohen Gehalt an Kalium auf. Sie ergeben vollmundige, kräftige Weine.
  • Urgestein: Bezeichnung für Erstarrungs-Gesteine, die durch Erkalten eines glühend-flüssigen Gesteinsbreis entstanden sind. Erfolgte die Erstarrung innerhalb der Erdkruste, nennt man sie Tiefen-Gestein (z. B. Diorit, Granit, Peridotit), wenn an der Oberfläche, dann Erguss-Gestein (z. B. Basalt, Dolerit, Porphyr). Es zeichnet sich oft durch Kalireichtum aus und ergibt fruchtige und würzige Weine. In Österreich ist dies beim Veltliner und beim Riesling eine gerne gebrauchte Angabe auf dem Etikett.
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